Das Gen DCC ist sowohl bei Brustkrebs als auch bei Darm- und Magenkrebs beschädigt. Dennoch unterscheiden sich die Krebsarten darin, wie das Gen inaktiviert ist. Den Mechanismus der Inaktivierung bei Magenkrebs stellen japanische Wissenschaftler der Yamagata School of Medicine jetzt in der Zeitschrift British Journal of Cancer (Band 85, Seite 199-203) vor.
Im gesunden Körper ist das Gen DCC ein Tumorsupressorgen. Es kodiert die Bildung des Proteins DCC und schützt so vor Krebs. Tritt Magen-, Darm- oder auch Brustkrebs auf, so funktioniert das Gen jedoch nicht mehr normal: Es wird weniger vom Protein DCC gebildet.
Bei Brustkrebs tritt der Gendefekt in etwa 51 Prozent der Fälle auf, so belegt eine Studie des Medizinischen Zentrums für Erwachsene in Akashi, Japan. Man geht davon aus, dass das Gen DCC hier mutiert ist. Als das Team von Gen Tamura in 78 Prozent der frühen Magentumore eine verminderte DCC-Konzentration feststellte, vermuteten die Forscher deshalb auch dahinter ein entsprechend mutiertes Gen. Doch in keiner der Testpersonen zeigte sich eine Mutation am entsprechenden Gen. Die Abfolge der Basenpaare war dieselbe wie im gesunden Körper.
Stattdessen bemerkten Tamura und seine Kollegen lediglich eine kleine chemische Veränderung an dem Gen, die es inaktiviert oder “stumm” macht, wie es in der Wissenschaftssprache heißt. Die chemische Veränderung, eine Methylierung, trat in 43 von 45 Magentumoren mit geringerer DCC-Produktion auf.
Susanne Donner





