Alle 40 Millionen britischen Schafe sollen in einigen Jahren resistent gegen die Hirnkrankheit Scrapie sein. Dieses Ziel verfolgen britische Agrarforscher im Nationalen Scrapie-Plan, wie nun der Online-Dienst des Fachmagazins “Nature” berichtet. Mit Zehntausenden von Gentests pro Woche wählen Forscher in Oxfordshire Böcke aus, die resistent gegen die Krankheit sind, und setzen sie gezielt zur Zucht ein. Scrapie grassiert seit über 250 Jahren in Großbritannien und hat möglicherweise die Rinderwahn-Epidemie Ende der 80er Jahre ausgelöst.
Bereits 100.000 Schafe seien bisher getestet worden und die ersten Böcke mit dem Zertifikat “scrapieresistent” gingen kürzlich auf den Markt, sagt Ann Nolan vom Nationalen Scrapie-Plan. Schafzüchter können ihre Tiere kostenlos testen lassen ? mit der Bedingung, dass scrapieanfällige Böcke geschlachtet oder kastriert werden. Vor dem Test, für den die Genforscher nur eine Blutprobe brauchen, fressen die Tiere einen Mikrochip, der in einem ihrer Mägen liegen bleibt und die Schafe kennzeichnet.
Der Test sucht nach einer von fünfzehn Varianten des Gens für den Scrapie-Erreger, den so genannten Prionen. Varianten davon können auch Rinderwahn oder die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit beim Menschen auslösen. Scrapie gilt dabei als harmlos für den Menschen. Die Erreger von Rinderwahn stehen dagegen im Verdacht, die neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, die auch junge Menschen befällt, zu verursachen.
ddp/bdw – Marcel Falk





