Sie wussten aber, dass das ein harter Job wird.
Na ja, man hat versucht, mich darauf vorzubereiten, aber die Realität ist dann doch irgendwie anders.
Wo genau sind Sie?
Ich stehe auf Devon Island, das ist eine Insel am 75. Breitengrad in der kanadischen Arktis. So groß wie Hessen. Zum Teil blanker Fels, zum Teil ewiges Eis. Neun Monate Winter, drei Monate kalt.
Und was machen Sie da?
Ich bin ein Pionier. Ich soll beweisen, dass ein Gewächshaus in einer lebensfeindlichen Umgebung vollautomatisch funktionieren kann. Auf dem Mars, zum Beispiel. Denn alle Szenarien für eventuelle Marsmissionen gehen davon aus, dass die Besatzungen einen Teil ihrer Lebensmittel dort selbst produzieren müssen. Die können nicht alles von der Erde mitschleppen.
Fühlt es sich denn so an wie auf dem Mars?
Woher soll ich das wissen, schließlich war noch nie ein Gewächshaus dort. Aber ich denke schon. Es ist schweinekalt, und es ist einsam. Meine Wissenschaftler sind nur im Sommer ein paar Wochen da, dann hauen sie wieder ab.
Und die restliche Zeit sind Sie völlig allein?
Ab und zu schaut mal ein Eisbär vorbei und guckt, ob es was zu fressen gibt. Aber denen habe ich ja leider gar nichts zu bieten. Neulich hat einer deshalb vor Frust eine Materialhütte zerlegt.
Wie muss man sich denn Ihre Arbeit vorstellen?
Den Winter über gibt’s nichts zu tun. Erst Anfang April kommen überhaupt die ersten Sonnenstrahlen über den Horizont – für ein paar Minuten. Und sobald meine Helligkeitssensoren registrieren, dass genug Tageslicht vorhanden ist, das ist so Anfang Juni der Fall, gebe ich computergesteuert die ersten kleinen Wassermengen ab. Und dann beginnen irgendwann die Samen zu keimen, und die ersten Blätter sprießen. wunderbar! Ich könnte tagelang zusehen.
Sie haben kein eigenes Licht? Sie nutzen nur das Tageslicht?





