Die Elefanten auf Borneo stammen nicht von domestizierten Tieren ab, die Menschen vor etwa vierhundert Jahren auf die Insel gebracht haben sollen. Sie gehören vielmehr zu einer eigenständigen Untergruppe, die sich vor etwa 300.000 Jahren mit der Lösung der Insel vom Festland gebildet hat. Das berichtet eine internationale Forschergruppe in dem neu erschienenen Journal Plos Biology (Ausgabe 1, S. 1).
Die Wissenschaftler um Prithiviraj Fernando von der Universität Columbia in New York konnten mit Gentests nachweisen, dass sich die Elefanten vor vielen tausend Jahren von ihren Verwandten auf dem asiatischen Festland trennten. Diese These wurde bereits vor fünfzig Jahren aufgrund anatomischer Studien aufgestellt, konnte sich allerdings nicht gegen die populäre Annahme behaupten, nach der die Tiere erst seit wenigen hundert Jahren auf der Insel leben.
Die Forscher hoffen nun, dass der Schutz der Elefanten auf Borneo verbessert wird, nachdem nun die Einzigartigkeit der Tiere feststeht. Elefanten auf Borneo kommen in Bedrängnis, weil ihre Lebensräume schwinden, Wanderrouten unterbrochen und die Nahrungsreserven der Tiere immer knapper werden.
ddp/bdw – Andreas Wawrzinek





