Forscher des Universität-Klinikums Bonn haben einen Test entwickelt, der die Ursache von Harnsteinen aufklärt. Mit der Methode könne untersucht werden, ob das Oxalat, das zu den Harnsteinen führt, aus der Nahrung in den Urin gelange oder vom Körper selbst gebildet werde, berichtete die Universität am Mittwoch.
Dabei gehe es um die Substanz Oxalat, die ein wesentlicher Bestandteil der Harnsteine sei, erklärte Professor Albrecht Hesse. Oxalat sei in vielen pflanzlichen Produkten enthalten, mit besonders hohem Gehalt beispielsweise in Rhabarber, Spinat oder Mangold. Harnsteine verursachen große Beschwerden, wenn sie sich im Nierenbecken oder dem Harnleiter verklemmen.
Die Messungen könnten erstmals ohne den Einsatz von radioaktiven Substanzen vorgenommen und bei Routineuntersuchungen und während der Therapie gemacht werden, hieß es. Bisher waren Messungen der Oxalataufnahme im Darm nur mit radioaktiv markiertem Oxalat möglich und konnten wegen des Strahlenrisikos nur für Forschungszwecke eingesetzt werden.
In Deutschland werden den Angaben zufolge jährlich bis zu 400.000 Fälle von Erkrankung an Harnsteinen registriert. Über- und Fehlernährung seien ein wesentlicher Auslöser für die Bildung bestimmter Harnsteinarten, hieß es. 75 Prozent aller gefundenen Harnsteine bestehen aus Kalziumoxalat. Eine Ernährungsumstellung auf oxalatarme Kost und spezifische Medikamente können die Steinbildung verhindern.
Die Wissenschaftler um Professor Hesse und Gerd von Unruh und empfehlen den Test bei allen Patienten, die unter häufig wiederkehrenden Kalziumoxalat-Steinen leiden. Bei dem Test wird den Patienten eine nicht-radioaktive Oxalat-Variante verabreicht, die sich nur durch ihr Gewicht von natürlichem Oxalat unterscheidet.
dpa





