Chronisch gestresste Mäuse bekommen schneller Hautkrebs als ihre entspannten Artgenossen. Das fanden Jason Parker von der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore und seine Kollegen heraus, als sie Versuchstiere über lange Zeit UV-Licht aussetzten. Auf den Menschen übertragen müssten Yoga und Meditation gefährdete Personen länger gesund halten, folgern die Wissenschaftler. Ihre Ergebnisse veröffentlichen sie in der Fachzeitschrift Journal of the American Academy of Dermatology (Ausg. 51, Nr. 6, S. 919).
Die Forscher ließen 40 Mäuse an Fuchs-Urin riechen, was die Nager unter starken Stress setzte. Gleichzeitig bestrahlten die Wissenschaftler die durch einen Defekt im Erbgut haarlos gewordenen Tiere mit UV-Licht. Bereits nach 8 Wochen entwickelten die ersten Mäuse Hautkrebs. Eine Vergleichsgruppe von entspannten Mäusen erkrankte dagegen deutlich später: Nach 21 Wochen hatten 35 Prozent der gestressten Versuchstiere Hautkrebs, aber nur 5 Prozent der Kontrollgruppe.
Chronischer Stress unterdrückt das Immunsystem, akuter Stress hingegen kurbelt es eher an. Besonders gefährdete Menschen sollten daher anhaltendem Stress beispielsweise mit Yoga oder Entspannungsübungen entgegenwirken, empfehlen die Forscher. Gefährdet sind unter anderem hellhäutige Menschen, die viel dem Sonnenlicht ausgesetzt sind und Personen mit genetischer Veranlagung für Hautkrebs. Welche genauen Mechanismen bei chronischem Stress anfälliger für Hautkrebs machen und welche Art der Vorbeugung daher die effektivste ist, sei jedoch noch nicht genau bekannt.
ddp/bdw ? Anke Biester





