Ein neuer Bluttest erleichtert die Diagnose von Herzinsuffizienz bei Patienten, die mit Atemnot ins Krankenhaus kommen. Mit dem Test kann die Menge eines bestimmten Eiweißstoffes namens “NT-proBNP” im Blut bestimmt werden, der dann produziert wird, wenn der Herzmuskel unter Stress steht. Nach der Analyse amerikanischer Mediziner kann das Testergebnis dem behandelnden Arzt helfen, Herzprobleme zweifelsfrei festzustellen oder sie auszuschließen. Am sichersten ist die Diagnose, wenn der spezielle Bluttest und die Erfahrung eines Arztes kombiniert werden.
Die Wissenschaftler prüften die Effektivität des Bluttests an rund 600 Patienten, die mit Atemnot in die Notaufnahme des Krankenhauses eingeliefert wurden. Zusätzlich zur Standardbehandlung wurde den Probanden Blut abgenommen, um die Menge an NT-proBNP festzustellen. Die behandelnden Ärzte sollten wie gewohnt die Diagnose stellen und ohne das Ergebnis des Tests einschätzen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit des Patienten war, unter einer Herzinsuffizienz zu leiden. Sechzig Tage danach wurde jeder Patient erneut befragt und seine Krankenakten auf eventuelle weitere Behandlungen geprüft. Ein unabhängiger Herzspezialist beurteilte danach sämtliche Daten und stellte eine endgültige Diagnose.
Die Konzentration von NT-proBNP im Blut war eindeutig höher bei den Patienten, bei denen bereits der behandelnde Arzt eine Herzinsuffizienz für wahrscheinlich gehalten hatte, stellten die Forscher bei der Analyse der gesammelten Daten fest. Am höchsten war sie bei denjenigen, die auch die stärksten Symptome hatten. Demnach stellt der Bluttest eine sinnvolle Ergänzung zur herkömmlichen Diagnose dar, schließen die Mediziner. Er kann nicht nur zuverlässig ausschließen, dass eine Herzinsuffizienz vorliegt, sondern auch die Vermutung des Arztes bestätigen.
Bei Patienten mit Atemnot eine Herzinsuffizienz zu diagnostizieren, ist für einen Arzt nicht immer leicht, da die typischen Symptome sich mit denen anderer Krankheitsbilder überschneiden. Die Herzprobleme nicht zu erkennen, kann jedoch zu einem großen Risiko für den Patienten werden, während eine falsch positive Diagnose unnötige Behandlungen mit sich bringt. Der Bluttest kann Ärzten nun deutlich mehr Sicherheit als das übliche Standardverfahren bieten, eine Herzinsuffizienz zu erkennen.
James Januzzi ( Massachusetts General Hospital, Boston) et al: American Journal of Cardiology, Bd. 95, S. 948
ddp/wissenschaft.de ? Cornelia Dick-Pfaff





