Amerikanische Forscher haben aus menschlichem Gewebe stabile Blutgefäße hergestellt. Die Adern waren funktionsfähig und es bildeten sich keine Blutgerinnsel in ihnen, berichten die Wissenschaftler am Sonntag (17. November) auf der Jahrestagung der Amerikanischen Herzgesellschaft in Chicago. Künstlich erzeugte Adern könnten vor allem bei Bypassoperationen verwendet werden oder Dialysepatienten helfen.
Die Forscher von der Firma Cytograft Tissue Engineering in Novato (USA) entnahmen elf Herzpatienten Zellen der Außenwand von Adern. Aus diesen Zellen züchteten sie im Labor extrem dünne Schichten, die sie anschließend um einen Zylinder aus rostfreiem Stahl wickelten. Sobald die Zellen miteinander verwachsen waren und eine Röhre bildeten, entfernten die Wissenschaftler den Zylinder. Anschließend spritzten sie Zellen von Versuchstieren ins Innere der Röhre, die diese daraufhin mit einer Schicht überzogen, wie sie auch natürliche Adern aufweisen.
In Experimenten mit Versuchstieren zeigte sich, dass die Gefäße über mehrere Tage stabil waren und sich keine Blutgerinnsel in ihnen bildeten. Bisher wurde bei künstlichen Adern ein Gerüst aus synthetischem Material benötigt, um das die Zellen herum wachsen konnten. Nur mit diesem Gerüst waren die Blutgefäße stabil genug. Körperfremde Materialien erhöhen jedoch das Risiko, dass sich Blutpfropfen bilden. In ein bis zwei Jahren sollen die ersten künstlichen Adern auch an Menschen erprobt werden.
Heidi Scharvogel





