Die meisten Tiere benötigen einen Zeitraum von einigen Sekunden bis ein paar Minuten, um sich über den Wert einer Beute klar zu werden, bevor sie sie fressen. Nicht so der im Norden der USA und in Kanada heimische Sternmull (Condylura cristata). Der rund 20 Zentimeter große Maulwurf mit der sternförmigen Schnauze spürt in knapp 230 Millisekunden seine Beute auf und verschlingt sie. „Das macht ihn zum schnellsten Fresser der Tierwelt”, meint der amerikanische Biologe Kenneth C. Catania von der Vanderbilt University in Nashville, der das Fressverhalten des Sternmulls untersucht hat. Das Geheimnis des Geschwindigkeitsrekords liegt in den 22 Tentakeln an der „Nase” des exotisch aussehenden Sumpfbewohners. Mit diesen hoch empfindlichen Sinnesorganen tastet der Maulwurf ständig seine Umgebung ab und beginnt sofort zu fressen, wenn er etwas Essbares findet – etwa kleine Insektenlarven oder Würmer. Dabei trifft das Gehirn des Sternmulls in nur acht Millisekunden die Entscheidung darüber, ob gefressen wird oder nicht. Laut Catania arbeitet das Zentralnervensystem des Tieres damit am absoluten Limit. Dass der Sternmull so schnell frisst, ist natürlich sinnvoll: Er gleicht damit seinen Nachteil aus, sich nur von sehr kleinen Tieren ernähren zu können.





