Sie konnten in mehreren Studien belegen, dass Drogenkonsum es tatsächlich erschwert, die Gefühle anderer zu erfassen. So sollten Drogenabhängige, die mindestens 15 Tage abstinent waren, beispielsweise auf Portraitfotos erkennen, welche Emotionen die abgebildeten Gesichter ausdrückten. Abgebildet waren sowohl positive als auch negative Gefühlszustände wie Freude, Überraschung, Wut, Angst, Ekel und Trauer. Dabei hatten vor allem Probanden mit Erfahrung mit verschiedenen Drogen größere Probleme, die negativen Emotionen in den Gesichtern zu erkennen, als die Probanden der Kontrollgruppe. Als es dagegen darum ging, positive Emotionen wie Freude und Überraschung zu deuten, schnitten die Drogenabhängigen genauso gut ab wie die anderen Teilnehmer.
In einer weiteren Studie untersuchten die Wissenschaftler, wie sich der Drogenkonsum allgemein auf die kognitiven Fähigkeiten von Süchtigen auswirkte, die sich in einer medizinischen Rehabilitation befanden. Dazu rekrutierten sie insgesamt 190 Studienteilnehmer, von denen 123 drogenabhängig waren und in der Vergangenheit unterschiedliche Suchtstoffe zu sich genommen hatten. Die restlichen 67 Probanden waren nicht süchtig und dienten als Kontrolle. Die Forscher untersuchten in unterschiedlichen Tests, wie es bei den einzelnen um die kognitiven Fähigkeiten bestellt war. Das Ergebnis: Bei 70 Prozent der Drogenabhängigen zeigten sich deutliche Spuren neuropsychologischer Beeinträchtigungen. Dabei gab es überraschenderweise ein generelles Muster, das unabhängig davon auftrat, ob die Studienteilnehmer Alkohol, Cannabis, Amphetamine wie Ecstasy oder Kokain zu sich genommen hatten, sagen die Forscher: Bei allen waren sowohl das Gedächtnis wie auch die Verarbeitung von Gefühlen und die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, beeinträchtigt.
Zusätzlich hatten die Probanden allerdings auch noch individuelle Probleme, die von der Art des konsumierten Drogencocktails sowie der Dauer des Konsums bestimmt wurden. Studienleiterin Fernandez-Serrano betont daher, dass es nötig sei, spezielle Rehabilitationsprogramme zu entwickeln, die auf die verschiedenen neuropsychologischen Profile der Patienten abgestimmt sind.





