Im Torf französischer Moore sind noch heute die Verschmutzungen vorgeschichtlicher Bleiminen nachzuweisen. Das haben französische Wissenschaftler herausgefunden. Über die Untersuchung, die gleichzeitig die Geschichte der Metallverarbeitung widerspiegelt, berichtet der Online-Dienst des Fachmagazins Nature.
Das Forscherteam um Fabrice Monna von der Universität der Bourgogne in Dijon hatte Torfproben in einem Moorgebiet hundert Kilometer südwestlich von Dijon analysiert. Um das Jahr 1300 vor Christus begann die Verhüttung von Blei in der Region. Zu dieser Zeit stieg die Konzentration des Schwermetalls im Torf in kurzer Zeit stark an, ergaben die Untersuchungen. Ihren ersten Höhepunkt erreichte die Bleiverarbeitung im ersten Jahrhundert vor Christus, als sich ein keltischer Volksstamm in der Region niederließ. Sie setzte sich dann bis ins Zeitalter der Industrialisierung im 19. Jahrhundert fort.
Rund zwanzig Prozent der heutigen Bleibelastung des Torfs geht auf die Zeit vor dem 11. Jahrhundert nach Christus zurück, errechneten die Wissenschaftler. Und noch fünfzig Prozent stammen aus der Zeit vor dem 18. Jahrhundert. “Die Zahlen zeigen, dass jede Verschmutzung mit Blei, die wir heute produzieren, über Jahrhunderte bestehen bleiben wird”, erläutert Monna. Blei wurde zur Zeit der Kelten für die Herstellung von Metalllegierungen verwendet, da es deren Schmelzpunkt so weit herabsetzte, dass sie in Holzkohleöfen verarbeitet werden konnten. Später wurde es auch zur Herstellung von Gefäßen und Wasserleitungen eingesetzt.
ddp/bdw ? Ulrich Dewald





