Der menschliche Körper besteht zum größten Teil aus Wasser. Dennoch existierte bisher keine praktische Methode, mit der Ärzte den Wassergehalt eines Patienten bestimmen konnten. Dieses Problem haben Wissenschaftler vom Heyrovsky Institute für Physikalische Chemie jetzt gelöst. Sie messen den Wassergehalt des Körpers mit Hilfe von schwerem Wasser und einem Gerät, das an einen Alkomat erinnert.
Statt der Wasserstoffatome, die in gewöhnlichem Wasser an das Sauerstoffatom gebunden sind, enthält schweres Wasser zwei ähnliche Atome namens Deuterium. Schweres Wasser oder Deuteriumoxid ähnelt normalem Wasser folglich sehr. In kleinen Mengen ist das Deuteriumoxid sogar bekömmlich.
Für das neue Messverfahren trinkt der Patient vorerst einen Schluck schweres Wasser. Das Deuteriumoxid verteilt sich daraufhin im ganzen Körper. Wie beim Alkomat bläst der Patient dann in ein Meßgerät, welches das Mischverhältnis von normalem Wasser und Deuteriumoxid in der Feuchtigkeit der Atemluft bestimmt. Dieser Meßwert erlaubt dann sofort die Bestimmung des Wassergehalts des Patienten.
Insgesamt besteht der menschliche Körper zu etwa 65 Prozent aus Wasser. Schon kleine Abweichungen vom Normalwert können beispielsweise bei der Behandlung von Dialysepatienten von Bedeutung sein. Mit dem neuen Messverfahren können Ärzte erstmals ohne größeren Aufwand täglich den Wassergehalt des Körpers bestimmen.
Adam Bostanci





