Schwimmen, jagen – klappt alles?
Tadellos. Zum Glück habe ich keine Hüftdysplasie, wie sie bei unsereinem gelegentlich vorkommt.
Wo sind Sie denn zu Hause?
Ich lebe bei einer Familie in Niedersachsen. Nette Leute. Den Ort möchte ich nicht verraten. Das Medieninteresse ist ohnehin schon gewaltig, seit
der Kollege, ähh, wie heißt er noch …
Bo. Bo Obama.
Genau, seit der Kerl im Weißen Haus wohnt und alle Welt verrückt macht.
Ist doch toll, dass Ihre Rasse jetzt berühmt wird. Vorher kannte Sie kein Mensch.
Ich bitte Sie, das ist doch albern. Offizieller First Dog! Pressekonferenz zur Amtseinführung mit regenbogenfarbener Blütenkette um den Hals! Das entspricht
uns gar nicht, schließlich sind wir eine alte und stolze Rasse. Uns gab’s schon zu Zeiten der Römer. “Löwenhunde” wurden wir damals genannt, weil wir an der hinteren Körperhälfte geschoren waren und vorne das zottelige Fell hatten, was wie eine Mähne wirkte.
Stammt daher die merkwürdige Art, wie sich einige Ihrer Kollegen auf Hundeshows präsentieren?
Genau. Dieser so genannte Löwenschnitt, den auch die Pudel, unsere Verwandten, haben, hatte einst praktische Gründe: Hinten war das Haar kurz, damit wir gut schwimmen konnten; vorne ließ man es länger, damit Herz und Lunge gewärmt wurden. Auch an den Fesseln blieben Büschel stehen, quasi als Pulswärmer.
Ah, daher der Name Wasserhund. Bo sorgt jetzt immerhin dafür, dass Sie nicht mehr vom Aussterben bedroht sind, wie noch vor einiger Zeit.
Stimmt, wir waren tatsächlich mal sehr wenige; damals in den 70er Jahren.
Was war da passiert?





