Ein “Biotech-Computer” aus Mannheim soll weltweit DNA-Analyse und Genomforschung rasant beschleunigen. Das 1997 gegründete Unternehmen Febit stellte am Donnerstag den Prototypen des nach Firmenangaben weltweit ersten programmierbaren Biochips zur Erbgutanalyse vor. Mit dem neuen “DNA-Prozessor” soll die Herstellung und Analyse solcher Biochips innerhalb weniger Stunden möglich sein – bisher ein aufwendiger Prozess, der Tage oder sogar Wochen in Anspruch nimmt.
Das Unternehmen hofft, damit den bislang in der Biochip-Herstellung führenden US-Unternehmen Konkurrenz zu machen, sagte Febit-Mitgründer Peer Stähler.
Biochips sind kleine Glasplättchen, die mit DNA-Abschnitten beschichtet sind – dem Träger der Erbinformation in den Zellen. Der Wissenschaftler trägt die zu analysierende DNA-Probe auf den Chip auf. Die Reaktion der beiden Abschnitte ermöglicht die Identifizierung.
Zeit raubender Nachteil der bisher üblichen Biochips ist, dass sie nicht umprogrammiert werden können – ähnlich wie eine einmal beschriebene CD-ROM am Computer nicht mehr verändert werden kann. Die Febit-Biochips werden dagegen in einem kühlschrankgroßen “DNA- Prozessor” programmiert. Dabei kann der Wissenschaftler über einen Computer wählen, welche Moleküle er auf dem Chip haben möchte. Am Bildschirm kann er anschließend auch die Ergebnisse ablesen.
Testkunde des “Geniom” genannten Systems sei das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg, sagte Stähler. Der Verkaufsstart ist für nächstes Jahr geplant. “Das Gerät wird uns voraussichtlich nicht nur ein schnelleres, sondern auch ein flexibleres Arbeiten ermöglichen”, sagte Robert Hoheisel, Leiter der Abteilung Funktionelle Genomanalyse am DKFZ. Neben der Forschung könne auch die medizinische Diagnostik zu einem wichtigen Anwendungsgebiet werden, etwa die Identifizierung Krebs erregender Viren.
dpa





