Zum Inhalt springen
natur - Das Magazin für Natur, Umwelt und nachhaltiges Leben
AnmeldenAbonnieren
  • Erde & Umwelt
  • Biologie
  • Nachhaltigkeit
  • Reportagen
  • Rezensionen
  • natur Plus
natur - Das Magazin für Natur, Umwelt und nachhaltiges Leben
  • Erde & Umwelt
  • Biologie
  • Nachhaltigkeit
  • Reportagen
  • Podcast
  • Rezensionen
natur-Newsletter
Aktuelle Nachrichten aus Natur und Umwelt direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • Einzelheftverkauf
  • natur Marktplatz

Unsere Partner

  • Bilddatenbank natur

Info

  • AGB
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen
  • Datenschutzeinstellungen

Kontakt zur Redaktion

naturErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Tel: +49 (0)711 7594-5855
E-Mail: redaktion-natur@konradin.de
Folgen Sie uns
Konradin Mediengruppewissenschaft.dedamals.de
© 2026 natur
Startseite/Erde & Umwelt/Artikel
Biosynthese von Chinin entschlüsselt
Erde & Umwelt

Biosynthese von Chinin entschlüsselt

Setzling und Rinde eines Chinarindenbaums. In ihr steckt das als Arzneimittel begehrte Chinin. · Foto: Max-Planck-Institut für chemische Ökologie/ Angela Overmeyer

Der Chinarindenbaum enthält verschiedene medizinische wirksame Substanzen, darunter das Malariamittel Chinin. Nun haben Forschende herausgefunden, wie die Pflanze diese Inhaltstoffe produziert. Die Ergebnisse eröffnen die Möglichkeit, Chinin und Co zukünftig effizient im Labor herzustellen, statt auf den Anbau von…
Autor
Elena Bernard
20. März 2026
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Erde & Umwelt

Seit Jahrhunderten kommt der Pflanzenstoff Chinin gegen Malaria zum Einsatz. Obwohl inzwischen auch synthetische Medikamente zur Verfügung stehen, spielt das Naturprodukt weiterhin eine wichtige Rolle, da es zu weniger Resistenzen führt. Gewonnen wird Chinin aus der Rinde des in Südamerika heimischen Chinarindenbaums (Cinchona spp.). Bislang werden die Bäume eigens zu diesem Zweck auf tropischen Plantagen kultiviert, ihre Rinde geerntet und die Wirkstoffe in einem aufwendigen industriellen Prozess isoliert. Eine biotechnologische Herstellung wäre zwar effizienter und nachhaltiger, war allerdings bisher nicht möglich. Der Grund: „Trotz der Bedeutung der Chinarindenalkaloide war bislang weitgehend unbekannt, wie Pflanzen diese strukturell komplexen Moleküle herstellen“, berichtet ein Team um Blaise Kimbadi Lombe vom Max-Planck-Institut für chemische Ökologie in Jena.

Forschungsteam
Das Forschungsteam mit Chinarinden-Pflanzen im Gewächshaus. © Max-Planck-Institut für chemische Ökologie/ Angela Overmeyer

Syntheseweg nachverfolgt

Nun haben Lombe und seine Kollegen das Geheimnis des Chinarindenbaums gelüftet. Dazu vollzogen sie Schritt für Schritt nach, wie die Pflanze ihre Inhaltsstoffe über verschiedene Zwischenprodukte hinweg synthetisiert. Bekannt war bereits das erste Zwischenprodukt, ein Alkaloid namens Corynantheal. „Konkret wollten wir wissen: Wie erfolgt die Umwandlung des Corynantheal-Gerüsts und welche Enzyme katalysieren diesen Prozess? Können diese Enzyme verwendet werden, um Cinchona-Alkaloide in einem Modellorganismus einfach, schnell und kontrolliert herzustellen? Und können diese Enzyme verwendet werden, um neue Cinchona-Alkaloid-Analoga herzustellen, die in der Natur nicht vorkommen?“, erklärt Lombes Kollege Tingan Zhou.

Auf der Suche nach Antworten markierten die Forschenden die Vorläuferstoffe des Chinins mit Isotopen, sodass sie ihren Weg und ihre Umwandlungen nachverfolgen konnten. Auf diese Weise identifizierten sie drei weitere, bislang unbekannte Zwischenprodukte auf dem Weg zu den fertigen Wirkstoffen. Mit Hilfe genetischer Analysen fanden sie zudem die Enzyme, die für die Umwandlung dieser Zwischenprodukte verantwortlich sind.

Grundlage für biotechnologische Produktion

„Die Entdeckung der für die einzelnen Schritte benötigten Gene ermöglicht die biosynthetische Umwandlung bekannter Ausgangsstoffe zu Chinin und weiteren bedeutsamen Inhaltsstoffen des Chinarindenbaums“, berichten die Forschenden. Übertrugen sie die Gene in eine modifizierte Tabakpflanze als Modellorganismus, stellte diese die gewünschten Substanzen her. „Unsere Studie ist ein weiterer Beweis dafür, dass die Natur die beste Chemikerin ist“, sagt Lombes Kollegin Sarah O’Connor. „Die entdeckten Enzyme eröffnen vielfältige Perspektiven, darunter die biotechnologische Herstellung medizinisch oder chemisch wertvoller Verbindungen.“

Neben Chinin lassen sich auf diese Weise auch weitere medizinisch oder wirtschaftlich bedeutsame Wirkstoffe des Chinarindenbaums herstellen, darunter Chinidin, ein Mittel gegen Herzrhythmusstörungen, sowie Cinchonidin, das als Katalysator in vielen chemischen Prozessen zum Einsatz kommt. Denkbar wären zudem weitere, nicht in der Natur vorkommende Variationen mit ähnlicher Molekülstruktur, die ebenfalls als Arzneimittel dienen könnten. „Unsere Erkenntnisse lösen nicht nur ein seit langem bestehendes biochemisches Rätsel, sondern bilden auch die Grundlage für die nachhaltige Produktion von Chinarindenalkaloiden“, fasst das Team zusammen.

Quelle: Blaise Kimbadi Lombe (Max-Planck-Institut für chemische Ökologie, Jena) et al., Nature, doi: 10.1038/s41586-026-10227-x

ChinarindePflanzeninhaltsstoff

Mehr aus Erde & Umwelt

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Erde & Umwelt.

Alle Erde & Umwelt-Artikel
Arktische Flussdeltas – unterschätzte Akteure im Kohlenstoffkreislauf
Erde & Umwelt

Arktische Flussdeltas – unterschätzte Akteure im Kohlenstoffkreislauf

15. Juni 2026

Arktische Flussdeltas speichern überproportional viel Kohlenstoff im Permafrost ihrer gefrorenen Böden – und sind daher unterschätzte…

Geschenk aus der Tiefsee: Neue Krebsfamilie entdeckt
Erde & Umwelt

Geschenk aus der Tiefsee: Neue Krebsfamilie entdeckt

12. Juni 2026

Die Lebenswelt der Tiefsee ist noch kaum erforscht. Jetzt haben Meeresbiologen im Nordatlantik eine bislang unbekannte Familie von…

Unterirdische Wurzelpilz-Netzwerke sind Billiarden Kilometer lang
Erde & Umwelt

Unterirdische Wurzelpilz-Netzwerke sind Billiarden Kilometer lang

12. Juni 2026

Verborgene Netzwerke: Die mit Pflanzenwurzeln verbundenen Mykorrhiza-Pilze bilden ein gigantisches, weltumspannendes Geflecht. Insgesamt…

Jahrhundert-Sturmfluten ereignen sich heute alle acht Jahre
Erde & Umwelt

Jahrhundert-Sturmfluten ereignen sich heute alle acht Jahre

12. Juni 2026

Extreme Sturmfluten ereignen sich heute zwölfmal häufiger als noch im Jahr 1900, wie neue Analysen zeigen. Demnach traten solche…

← Zurück zu Erde & UmweltZur Startseite