Der Biogasrucksack lässt sich an einer zentralen Anlage in 9 bis 16 Minuten befüllen. Um das Gas zu Hause zu nutzen, bedarf es weniger simpler Handgriffe: Der Biogasrucksack wird aus Sicherheitsgründen vor dem Haus aufbewahrt und über einen Schlauch mit der Lampe oder dem Kocher verbunden. Es muss also nur ein Loch für den Schlauch in die Außenwand des Hauses gebohrt werden. Danach wird der Rucksack mit Brettern oder Steinen beschwert und das Gas bei Bedarf aus dem Sack gedrückt.
Aber der Biogasrucksack ist nur ein Element des Konzepts “Biogas as Business”, das Pütz vorschwebt. Sie will Biogas als alternative Energiequelle auch für Kleinbauern nutzbar machen. Denn obwohl das bisherige Nationale Biogasprogramm stark subventioniert wird, funktioniert es bislang sehr unbefriedigend. Es sieht nämlich vor, dass Landwirte, die mindestens vier Rinder besitzen müssen, Kleinst-Biogasanlagen bauen, um ihren eigenen Bedarf an Energie decken zu können.
Doch in der Realität haben zum Einen nur 45 Prozent der äthiopischen Bauern in den ausgewählten 4 Regionen des Biogasprogramms vier Rinder und damit genug Dung, um den Gärbehälter füllen zu können. Und zum Anderen hat kaum ein Bauer genug Geld, um sich an den Baukosten für die Biogasanlage zu beteiligen.
Mit ihrem Modell “Biogas as Business” schlägt Pütz einen alternativen Weg ein, der offen ist für alle. Wer auch nur ein einziges Rind hat, darf seinen Dung an die zentrale Biogasanlage, die ein privater Investor baut und unterhält, liefern und im Gegenzug von dieser Biogas beziehen. Neben Rucksack und Anreizprogramm gehören zu Pütz Strategie auch noch die Entwicklung eines Biogas-Ofens, der den Energieverbrauch zum Backen des traditionellen Sauerteig-Pfannkuchen “Injera” senken soll.
Von dem Biogasrucksack existieren bereits Prototypen, die von einer deutschen Firma hergestellt werden. Erfinderin Pütz schätzt, dass der marktfähige Rucksack am Ende etwa 30 Euro kosten und bei pfleglicher Behandlung 10 Jahre haltbar sein wird.





