Immer mehr Bauern in Deutschland gehen dazu über, Raps anzubauen – vor allem, weil sich aus den Samen der Pflanzen Biodiesel herstellen lässt. Das ist für viele Landwirte finanziell weitaus attraktiver als zum Beispiel Weizen für die Ernährung auszusäen. Mit dem Schlagwort „Tank statt Teller” wird diese Entwicklung zunehmend kritisiert.
Die riesigen Rapsfelder werfen auch noch eine ganz andere Problematik auf, wie Forscher um Andrea Holzschuh von der Universität Würzburg jetzt herausgefunden haben: Die Wissenschaftler warnen davor, dass der Raps Wildpflanzen und damit natürliche Lebensräume bedroht. In einer großen Freilandstudie haben die Forscher nachgewiesen, dass wichtige Bestäuber wie Hummeln und Wildbienen von den massenhaft vorhandenen, sehr nektarreichen Rapspflanzen so stark angezogen werden, dass sie die Wiesenlandschaften in der Umgebung vernachlässigen.
Das hat zur Folge, dass zum Beispiel die gefährdete Echte Schlüsselblume (Primula veris) in der Nähe von Raps 20 Prozent weniger Samen produziert, weil die Pflanzen nicht mehr so gut bestäubt werden. Dieser Effekt sei bereits zu beobachten, wenn die Rapsfläche nur etwa ein Sechstel der Wiesenfläche ausmacht, sagt Andrea Holzschuh. Gefährdet seien sämtliche Wildpflanzen, die gleichzeitig mit dem Raps blühen, warnen die Würzburger Forscher.





