Für ihre Metaanalyse werteten die Wissenschaftler Daten von 16 Studien mit insgesamt 937 Teilnehmern aus. Da vier Studien den Kriterien nicht genügten, blieben davon zwölf für die Auswertung übrig. Bei diesen hatten jeweils alle Probanden die Diagnose Demenz oder Alzheimer, alle wurden mindestens zehn Stunden in der Woche durch eine Pflegekraft betreut, waren aber abgesehen von ihren geistigen Einbußen in einem guten Gesundheitszustand. Die Art des Bewegungstrainings variierte zwischen den Studien, bei den meisten absolvierten die Teilnehmer aber eine Mischung aus Gleichgewichtsübungen, Kraft- und Konditionstraining, wie die Forscher berichten. Die Dauer der Trainingseinheiten variierte zwischen 20 und 75 Minuten und auch die Häufigkeit war unterschiedlich: Bei einigen wurde mehr als dreimal wöchentlich trainiert, bei anderen weniger.
Training hilft – meistens
Das Ergebnis: Regelmäßiges Training kann offenbar auch bei Patienten mit bereits begonnener Demenz die geistigen Fähigkeiten verbessern. Das ergab die zusammenfassende Auswertung von acht der Studien, die gezielt die Wirkung des Sports auf die kognitiven Fähigkeiten untersucht hatten. Allerdings waren die Ergebnisse der einzelnen Studien sehr unterschiedlich, zwei stellten keine Unterschiede zur normalen Versorgung ohne Sport fest, wie die Forscher berichten. Die sechs restlichen Studien hatten untersucht, wie sich Sport auf die Fähigkeit, im Alltag zurechtzukommen auswirkt. Auch hier fanden Forbes und ihre Kollegen ein mehrheitlich positives Ergebnis. Die meisten Patienten waren durch das Training agiler und konnten sich besser im eigenen Haushalt bewegen.
“Wir schließen daraus, dass es vielversprechende Belege dafür gibt, dass Trainingsprogramme sowohl die geistigen Fähigkeiten als auch das Zurechtkommen im Alltag bei Demenzpatienten verbessern”, konstatiert Forbes. Weil aber einige Studien vom Gesamtergebnis abweichen, sei dies noch unter Vorbehalt zu sehen. Keine eindeutigen Ergebnisse gab es dazu, ob die Bewegung den Demenzpatienten auch gegen Depressionen hilft. “Dennoch sind dies ermutigende Ergebnisse”, sagen die Forscher in ihrem Fazit. Denn jede Möglichkeit, das Fortschreiten des kognitiven Abbaus und den Verlust der Alltagskompetenz zu bremsen, bedeute für die Betroffenen und ihre Angehörigen bereits sehr viel. Da die Forscher in keiner der Studien negative Folgen des Sportprogramms beobachtet hatten, lautet ihre Empfehlung: Ausprobieren schadet nicht und könnte durchaus helfen.





