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Bestände der heimischen Feldhasen haben sich erholt
Erde & Umwelt

Bestände der heimischen Feldhasen haben sich erholt

Pro Quadratkilometer Feld und Wiese in Deutschland leben durchschnittlich 19 Feldhasen. · Foto: C. Robiller/ DJV

Passend zu Ostern gibt es gute Nachrichten vom Osterhasen – alias den Feldhasen in Deutschland. Denn Zählungen zufolge haben sich die Bestände dieser heimischen Wildtiere bei uns erholt: 2025 lebten im Schnitt 19 Hasen auf einem Quadratkilometer Feld und Wiese – das ist ein neuer Rekordwert. In einigen Regionen sind es sogar bis zu 30 Feldhasen pro Quadratkilometer. Sorgen bereitet allerdings die Hasen-Myxomatose, eine 2023 erstmals in Deutschland aufgetretene tödliche Krankheit.
Autor
Nadja Podbregar
01. April 2026
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Erde & Umwelt

Osterhase und Ostereier bilden bei uns seit etwas mehr als 300 Jahren ein untrennbares Team. Der heimische Feldhase (Lepus europaeus) wurde zum Symbol für Ostern und der Sage nach zum Überbringer der Eier. Ein Grund dafür könnte seine, dass die eigentlich dämmerungs- und nachtaktiven Hasen im Frühjahr – also um die Osterzeit herum – auch tagsüber sichtbar werden. Denn dann herrscht Paarungszeit und die Tiere liefern sich teils wilde Verfolgungsjagden über Wiesen und Äcker. Gleichzeitig gelten Feldhasen wegen ihrer großen Zahl an Nachwuchs auch als Symbol für Fruchtbarkeit.

Wie es den Feldhasen in Deutschland geht, ermitteln Wissenschaftler alljährlich auf Basis von Zählungen und Daten aus dem Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD). Die Hasenzählung erfolgt zweimal im Jahr – im Frühjahr und Herbst – in rund 400 über Deutschland verteilten Referenzgebieten nachts auf genau festgelegten Strecken mit genormten Scheinwerfern. Weil die Augen der Hasen das Licht auf gut erkennbare Weise reflektieren, sind sie gut zählbar und von anderen Tieren zu unterscheiden.

Hasenbestände
Die Bestände der deutschen Feldhasen haben sich in den letzten Jahren deutlich erholt. © DJV

19 Feldhasen pro Quadratkilometer

Jetzt hat der Deutsche Jagdverband (DJV) die aktuellen Zahlen zu unseren heimischen Feldhasen veröffentlicht. Demnach lebten im Frühjahr 2025 hierzulande im Schnitt 19 Feldhasen pro Quadratkilometer Feld und Wiese – das ist ein neuer Rekordwert. Denn im Vergleich zur Zählung vor zwei Jahrzehnten liegt der Wert um mehr als ein Viertel höher. Vom Frühjahr zum Herbst 2025 legten die Bestände zudem noch einmal um rund sieben Prozent zu. Der Feldhase hat dabei vom besonders trockenen und milden Winter 2024/25 und einem der laut Deutschem Wetterdienst trockensten Frühjahre seit Messbeginn profitiert. Denn als ehemaliges Steppentier ist der Hase gut an solche Wetterbedingungen angepasst.

Es gibt jedoch auch deutliche regionale Unterschiede: Besonders viele Feldhasen tummeln sich der Zählung zufolge auf den Wiesen und Weiden des Nordwestdeutschen Tieflands. Dort leben im Schnitt 30 Hasen pro Quadratkilometer. Den höchsten Zuwachs vom Frühjahr bis zum Herbst 2025 hatten die Feldhasen dagegen in den Mittelgebirgen Westdeutschlands, hier wuchsen die Bestände zwischen den beiden Zählungen um rund 14 Prozent, die der DJV berichtet. Ebenfalls gut zugelegt haben die Hasen in Norddeutschland mit rund zwölf Prozent Zuwachs.

Hasen-Myxomatose breitet sich aus

Allerdings könnte den deutschen Feldhasen auch eine neue Gefahr drohen: Schon im Jahr 2023 trat die ursprünglich nur für Kaninchen tödliche Viruserkrankung Myxomatose erstmals auch bei Feldhasen auf. Der Erreger, das zu den Pockenviren gehörende Myxomavirus (Leporipoxvirus myxoma) ist mutiert und kann nun auch Hasen befallen. Übertragen wird es durch den Stich von Mücken oder durch offene Wunden – beispielsweise bei den Hasenkämpfen zur Paarungszeit. Nachdem dieser neue Myxomatosestamm zunächst nur aus Spanien bekannt war, traten 2023 erste Fälle bei Feldhasen in Nordrhein-Westfalen auf. Die Hasenbestände, die davon besonders schwer betroffen waren, sind dadurch deutlich geschrumpft und haben sich bis heute nicht erholt.

„Derzeit gibt es weder wirksame Behandlungen noch Impfstoffe gegen die Myxomatose bei Feldhasen“, erklärt Luisa Fischer vom Forschungsinstitut für Jagdkunde und Wildtiermanagement NRW. „Ob sich eine natürliche Resistenz ausbildet, wie bei Wildkaninchen beobachtet, bleibt zu hoffen.“ Inzwischen sind erste Fälle der Hasen-Myxomatose auch in Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein gemeldet worden. Wie stark sich die Infektionskrankheit insgesamt auf die Feldhasen in Deutschland auswirken wird, müssen die nächsten Jahre zeigen.

Quelle: Deutscher Jagdverband (DJV), CDC Emerging Infectious Diseases,

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