Ein Molekül aus der Plazenta von Schwangeren bietet möglicherweise einen neuen Ansatz, die Übertragung des HI-Virus auf das Ungeborene zu verhindern. Dieses Molekül besitzt nicht nur eine schützende Funktion zum Erhalt der Schwangerschaft, sondern scheint auch eine bisher nicht erkannte HIV-blockierende Eigenschaft zu besitzen, erklärt Dr. Bruce K. Patterson aus dem Children’s Memorial Hospital in Chicago.
Das HIV-blockierende Molekül, genannt auch Leukemia Inhibitory Factor (LIF) konnte in Experimenten das Wachstum unterschiedlicher HIV-Stämme verhindern, ohne dabei gesunde Zellen zu beeinflussen oder zu beschädigen. Die Wissenschaftler sehen in dem Molekül einen potenziellen HIV-Blocker, erklärt Patterson.
Die HIV-blockierende Eigenschaft wurde bei HIV-positiven Schwangeren untersucht. Dabei zeigte sich, dass die Konzentration von LIF variiert. Frauen, die das HI-Virus an ihre Kinder übertragen haben, besaßen eine geringere Konzentration des Moleküls in der Plazenta, als Frauen, die ihre Kinder nicht infizierten.
Da eine direkte Gabe des HIV-blockierenden Moleküls keinen vergleichbaren Effekt hatte, sehen die Wissenschafter einen möglichen Ansatz in der natürlichen Erhöhung von LIF bei infizierten Schwangeren. Dies könnte über das Hormon Progesteron erzielt werden, da die Konzentration des LIF indirekt über dieses Hormon reguliert wird, erläutert Patterson. Dieses Gelbkörperhormon, wird in unter anderem in der Plazenta gebildet. Die Regulierung über das Hormon könnte zukünftig helfen, das Übertragungsrisiko auf das Ungeborene zu senken.
Dr. Leyla Schmidt





