Schnarchen, Atemaussetzer im Schlaf und eine beträchtliche Tagesmüdigkeit sind kennzeichnende Symptome der so genannten Schlafapnoe. Wissenschaftler haben nun herausgefunden, dass bei Menschen mit Schlafapnoe kurz nach Operationen häufiger ernste Komplikationen zu erwarten sind als bei Patienten, die von diesem Syndrom verschont sind.
Die Studie, die in der Fachzeitschrift Mayo Clinic Proceedings erschienen ist (September 2001), beruht auf 202 untersuchten Fällen. Die Hälfte der Patienten litt an Schlafapnoe: Bei 24 Prozent dieser Menschen traten nach einer Operation schwerwiegende Komplikationen auf, während dies bei der Kontrollgruppe nur bei neun von hundert Leuten der Fall war. Außerdem mussten Patienten mit Schlafapnoe im Schnitt nach der gleichen Operation etwa zwei Tage länger im Krankenhaus bleiben als Menschen ohne dieses Syndrom.
Die Ärzte führen die postoperativen Komplikationen bei an Schlafapnoe Leidenden vornehmlich auf den Gebrauch von Narkotika zurück, die den Patienten verabreicht werden, um die nach der Operation auftretenden Schmerzen zu lindern. Diese Narkotika können die Atemregulationsstörungen der Betroffenen noch weiter verschlimmern.
Das Schlafapnoe-Syndrom kommt bei etwa fünf Prozent der Bevölkerung vor. Männer sind häufiger betroffen als Frauen, Übergewichtige öfter als Menschen mit Normalgewicht. Ursache der obstruktiven Schlafapnoe, der häufigsten Apnoe-Form, ist der zeitweise Verschluss der extrathorakalen, also außerhalb des Brustkorbs, gelegenen Atemwege.
Dr. Sebastian Messerschmid





