In Organen lauernde Tumorzellen können bei einer Transplantation den Organempfänger befallen. Das berichten italienische Forscher in einer Vorabpublikation des Fachmagazins “Nature Medicine”.
Die Forscher um Patrizia Barozzi von der Universität Modena hatten acht Patienten untersucht, die nach einer Organtransplantation an einem Kaposi-Sarkoma-Tumor erkrankt waren. Das Kaposi Sarkoma befällt im Durchschnitt einen von zweihundert Organempfängern und ist damit einer der häufigsten Tumorarten nach einer Transplantation. Oft lauern die Tumorzellen dabei bereits im transplantierten Organ, fanden die Forscher: Bei fünf ihrer acht Patienten stammten die Tumorzellen vom Organspender.
Bereits in früheren Versuchen hatten die Forscher gezeigt, dass über Organe auch der Verursacher des Kaposi Sarkomas, das menschliche Herpesvirus-8, übertragen werden kann. Im Organempfänger finden die Viren und die von ihnen befallenen Tumorzellen ideale Bedingungen: Sie können sich leicht ausbreiten, da die Immunabwehr des Patienten unterdrückt werden muss, um das Organ nicht abzustoßen. So haben Organempfänger ein 400 bis 500mal erhöhtes Risiko, an einem Kaposi Sarkoma zu erkranken.
Organempfängern sollten deshalb Immunzellen verabreicht werden, die das Herpesvirus-8 kontrollieren können, schreiben die Forscher. Patrick Moore von der Universität Pittsburgh, der die Arbeit in Nature Medicine kommentiert, möchte bereits früher eingreifen: Organspender sollten auf das Vorkommen von Herpesviren-8 geprüft werden. Die dafür nötigen Tests gebe es bereits, schreibt Moore.
ddp/bdw ? Marcel Falk





