Frühgeborene Kinder mit einem sehr niedrigen Geburtsgewicht zeigen spätestens im Alter von acht Jahren ebenso gute geistige Leistungen wie der Durchschnitt. Zu diesem Ergebnis kommen amerikanische Forscher in der Fachzeitschrift Journal of the American Medical Association (Bd. 289, S. 705).
Kinder mit einem geringem Geburtsgewicht haben ein erhöhtes Risiko für neurologische Auffälligkeiten und geistige Behinderungen. Die Forscher vom National Institute of Neurological Disorders in Bethesda (USA) stellten jedoch fest, dass die meisten dieser Kinder diesen Rückstand in den geistigen Fähigkeiten im Lauf der frühkindlichen Entwicklung wieder einholen.
Insgesamt untersuchten die Wissenschaftler um Laura Ment 296 Kinder, die mit einem Gewicht von 600 bis 1250 Gramm auf die Welt gekommen waren. Die Kinder absolvierten jeweils im Alter von drei, viereinhalb, sechs und acht Jahren Intelligenztests und Tests für verbale Fähigkeiten. Im Alter von drei Jahren lag ein deutlicher Prozentsatz der Kinder im Bereich oder an der Grenze der geistigen Behinderung.
Zwischen drei und acht Jahren verbesserten sich die meisten Kinder deutlich, und zwar um die doppelte Punktzahl wie normale Kinder. Verschlechterungen wurden nur bei Kindern gefunden, die bei der Geburt einen deutlichen Hirnschaden erlitten hatten und schon früh in der Entwicklung Gehirnblutungen gehabt hatten. Ein Grund dafür, dass die amerikanischen Forscher bei Frühgeborenen geringere Leistungeinbußen fanden als vorangegangene Studien, könnte die verbesserte medizinische Versorgung sein, sagt Ment.
In den USA werden etwa 1,4 Prozent der Babies mit einem sehr niedrigen Geburtsgewicht geboren, in Deutschland liegt die Zahl bei 0,8 bis 1,5 Prozent. Frühere Studien hatten festgestellt, dass zwanzig Prozent dieser Kinder eine Sonderschule besuchen müssen, und bis zu fünfzig Prozent brauchen in der Schule besondere Unterstützung. Andererseits schaffen fast 75 Prozent der Frühgeborenen die amerikanische High School.
ddp/bdw – Christine Amrhein




