Angenehme Menschen aktivieren die Gehirne von Zuhörern anders als unsympatisch wirkende Zeitgenossen, fanden amerikanische Forscher. Anziehende Mitmenschen beleben demnach vor allem Gefühlszentren und Areale im Gehirn, die eine Identifikation mit dem Gegenüber ermöglichen. Unsympathisch wirkende Menschen aktivieren dagegen direkt hinter der Stirn eine Moralregion, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin “Neuropsychologia” (Bd. 41, S. 127).
Die Hirnforscher Jean Decety und Thierry Chaminade von der Universität Washington zeigten Versuchspersonen auf einem Monitor kurze Sequenzen, in denen Schauspieler Geschichten erzählten. Währenddessen beobachteten die beiden Forscher mit einem bildgebenden Verfahren die Aktivitäten im Gehirn ihrer Probanden.
Wenn die Schauspieler sich unpassend zu ihren Erzählungen verhielten und zum Beispiel lachten, während sie vom Tod ihrer Mutter berichteten, aktivierte dies die untere Stirnregion im Gehirn der Zuschauer. Diese Region bildet sich erst einige Jahre nach der Geburt eines Menschen und steuert das soziale Verhalten.
Wenn die Schauspieler jedoch positiv auf die Zuschauer wirkten, aktivierte dies im Gehirn dagegen die Gefühlszentren, die bei den Probanden für eine angenehme Stimmung sorgten. Darüber hinaus begannen auch jene Regionen zu arbeiten, die die eigenen Körperbewegungen planen oder von beobachteten Handlungen aktiviert werden. Offenbar begannen die Gehirne der Probanden auf diese Weise, sich mit den sympathisch wirkenden Schauspielern zu identifizieren, erklären die Forscher.
ddp/bdw – Andreas Wawrzinek





