Mit 60 Prozent weniger Energie und 80 Prozent weniger Wasser kommt ein neues Färbeverfahren für Baumwolle aus. Forscher der North Carolina State University arbeiten dabei mit einem Trick: Eine Chemikalie lädt die Baumwolle positiv auf, die anschließend den negativ geladenen Farbstoff anzieht.
Traditionell wird Baumwolle mit wasserlöslichen Farbstoffen eingefärbt, die sich ohne die Zugabe großer Mengen von Salz nur schlecht mit den Fasern verbinden. Das neue Verfahren des Textilforschers Peter Hauser, die so genannte “Cationic Fiber Modification”, kommt ganz ohne Salz aus.
Vor dem Färbevorgang wird die Baumwolle dazu mit N-(3-Chlor-2-Hydroxypropyl) Trimethlyammoniumchlorid behandelt, das die Fasern dauerhaft positiv auflädt. Die negativ geladene Farbe wird rasch angezogen und es wird weniger davon benötigt, um ein gutes Färbeergebnis zu erzielen. Der Vorgang dauert nur halb so lange wie die herkömmliche Baumwollfärbung und ist den Forschern zufolge wesentlich umweltfreundlicher.
Ein weiterer Vorteil ist laut Hauser, dass mit den bislang in der Textilindustrie eingesetzten Färbemaschinen weitergearbeitet werden kann. Derzeit muss das Baumwolltuch allerdings noch dem Produktionsprozess entnommen werden, um die Chemikalie vor dem Färben aufzutragen, was das Verfahren verzögert. Die Forscher arbeiten jedoch daran, den Prozess weiter zu rationalisieren.
Almut Bruschke-Reimer





