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Bauern könnten ihre Felder öfter mit Bio-Kompost düngen
Biologie

Bauern könnten ihre Felder öfter mit Bio-Kompost düngen

In der konventionellen Landwirtschaft werden Äcker oft mit den Ausscheidungen von Kühen und anderen Nutztieren gedüngt. Doch es geht auch anders, wie eine neue Studie zeigt. Demnach eigenen sich auch Bio- und Grüngutkompost als Dünger. Denn die Qualität dieses Komposts hat sich in den vergangenen Jahren erheblich…
Autor
Claudia Krapp
21. Januar 2026
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Biologie

Jedes Jahr fallen in Deutschland große Mengen Grüngut und Biomüll an. Diese lassen sich in großen Anlagen vergären und kompostieren und so zu Dünger verarbeiten. So kommen pro Jahr zurzeit etwa 2,5 Millionen Tonnen frischer Kompost zustande. Lange galt dieser Bio-Kompost allerdings als minderwertig, verglichen mit den Ausscheidungen von Tieren, die sonst üblicherweise auf Äckern ausgebracht werden. Aber stimmt das noch?

Wie gut ist Bio-Kompost?

Das haben nun Forschende und Unternehmer in einem gemeinsamen Verbundprojekt überprüft. Im Rahmen des Projekts „ProBio“ führten sie mehrjährigen Praxisversuche an unterschiedlichen Standorten durch. Dabei düngten sie die Felder mit verschiedenen Kompost-Mischungen, bepflanzten sie mit unterschiedlichen Fruchtfolgen und werteten anschließend Messdaten zur Bodenqualität aus.

Dabei zeigte sich: Eine Düngung ausschließlich mit Kompost aus Grüngut und Biomüll ist vollkommen ausreichend, um die Flächen zu pflegen, und verbessert sie sogar. Die Böden erhielten dadurch mehr Phosphor und Kalium. Auch der Stickstoffgehalt der Böden konnte so gesteigert werden. Das galt besonders für Biogutkompost aus organischen Reststoffen privater Haushalte, wie das Team mitteilte. Auf den Versuchsfeldern, auf denen über mehrere Jahre hinweg dieser Bio-Kompost ausgebracht wurde, erhöhte sich zudem die biologische Aktivität. Im Boden lebten demnach mehr Mikroorganismen und Tiere, was entscheidend für Fruchtbarkeit und Gesundheit des Ackers ist. Zudem reicherte sich mehr Humus an. Das galt für beide Kompostsorten, Grüngutkomposte wirkten hierbei jedoch langsamer, aber langfristiger als Kompost aus Biomüll.

Hohe Qualität, geringe Nachfrage

Die Tests belegen zudem, dass sich die Qualität solcher Bio-Komposte zwischen 2015 und 2024 stetig und erheblich verbessert hat. Sie enthalten heute auch deutlich weniger Schwermetalle und Fremdstoffe. Etwa 70 Prozent der untersuchten Komposte erwiesen sich dadurch als geeignet für den Ökolandbau, wo strengere Grenzwerte gelten als in der konventionellen Landwirtschaft. Die Bio-Dünger könnten nach Ansicht der Forschenden demnach einen wichtigen Beitrag zur Nährstoffversorgung, zum Humusaufbau und zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit in der Landwirtschaft leisten, insbesondere im ökologischen Ackerbau und bei Landwirten ohne eigene Viehhaltung. Das wäre nicht nur weniger schädlich fürs Klima als Tierhaltung und die Verwendung von Tierdung, sondern sogar gut fürs Klima, betont das Team. Denn der neu entstandene Humus bindet das Treibhausgas CO2.

Doch trotz der Fortschritte und des großen Potenzials setzen bislang nur wenige Bio-Bauernhöfe diesen Bio-Kompost auf ihren Feldern ein. Weniger als zehn Prozent der verfügbaren Kompostmenge wird genutzt, wie eine Umfrage unter Landwirten ergab. Stattdessen verwenden sie meist andere organische Dünger. Allerdings können sich knapp 80 Prozent der befragten Betriebe vorstellen, zukünftig Bio-Kompost zu nutzen. Berechnungen zeigten, dass sich das für die meisten Betriebe auch wirtschaftlich lohnen könnte.

„Bedenken und Vorbehalte bestanden [bei den Landwirten] bezüglich der Logistik, dabei insbesondere die Erreichbarkeit der Kompostwerke, die hohen Transportkosten, die mangelnden Lagermöglichkeiten“, heißt es im Abschlussberichts des Projekts. Damit der Umstieg gelingt und Gewinn abwirft, sollen die Landwirte daher nun besser mit den Kompostherstellern vernetzt werden und besseren Zugang zu den Bio- und Grüngutkomposten erhalten. Helfen soll dabei auch ein neu entwickeltes Informationssystem.

Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE); Abschlussbericht „ProBio“

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