Der Mensch hat den Bandwurm auf Haustiere übertragen und nicht umgekehrt. Dies folgern Wissenschaftler vom US-Department of Agriculture in Beltsville, Maryland. Der Parasitologe Eric Hoberg hat durch Vergleichen der Anatomie verschiedener Arten die Stammesgeschichte dieser Darmparasiten rekonstruiert.
Danach beginnt die Beziehung von Mensch und Bandwurm schon vor mehr als zwei Millionen Jahren. Vom Wild, das die Menschen damals in den Ebenen Afrikas jagten, fingen sie sich den Darmparasiten ein. Die Domestikation von Haustieren liegt erst etwa 10.000 Jahre zurück. In dieser Zeit reichten die Menschen den Bandwurm an Schweine und Rinder weiter.
“Das ist sehr, sehr viel früher als irgendjemand vorher angenommen hätte”, sagt Eric Hoberg. Vermutlich fand die Übertragung sogar drei Mal unabhängig voneinander statt. Diese Erkenntnis kippt, nach Hobergs Aussage, alle diesbezüglichen Annahmen der vergangenen fünfzig Jahre.
Der Bandwurm-Stammbaum gibt gleichzeitig Auskunft darüber, wie Menschen sich in dieser Zeit ernährt haben. Heute finden sich die engsten Verwandten der Bandwürmer, die Menschen befallen, bei Raubtieren wie Hyänen oder Löwen. Sie holen sich die Parasiten von Antilopen, in deren Darm die Larven leben. Frühe Hominiden entsprachen in ihren Essgewohnheiten den fleischfressenden Raubtieren.
Julia Lee-Thorp von der University of Cape-Town, veranlassen die Forschungsergebnisse zu Interpretationen. Sie meint, die Raubkatzen hätten sich den Parasiten vielleicht erst durch das Fressen von Menschenfleisch zugezogen.
Anna Voormann





