US-Mediziner wollen lesbischen Paaren schon bald zu leiblichen Kindern verhelfen. Die Rolle des fehlenden Spermas soll ein Chromosomensatz aus einer normalen Körperzelle übernehmen, den eine der beiden Partnerinnen beisteuert. Er wird in die Eizelle der künftigen Mutter injiziert. Das so gezeugte Kind besitzt jeweils zur Hälfte die Gene der Mutter und die der Spenderin.
Wie “BBC News” berichtet, testet das Reproductive Genetics Institute in Chicago derzeit die Chancen für das neue Verfahren. Schon in etwa 18 Monaten soll es praxistauglich sein. Versuche mit Mäusen verliefen erfolgreich. Erste Ergebnisse wollen die Mediziner im April veröffentlichen. Ursprünglich war die Zeugungsmethode für krebskranke Männer geplant, deren Sperma durch Chemotherapie oder Bestrahlung beschädigt ist.
Die Chicagoer Reproduktionsmediziner um Yuri Verlinsky machten bereits vor zwei Jahren mit der Geburt des Babys Adam Nash Schlagzeilen. Adam wurde in der Retorte gezeugt, um mit einer Knochenmarkspende seine Schwester Molly zu retten. Sie litt an der tödlichen Erbkrankheit Fanconi-Anämie (siehe Meldung “Retortenbaby soll todkranke Schwester retten”).
Almut Bruschke-Reimer





