Ein neu entdecktes Bakterium ernährt sich ausschließlich von chlorhaltigen Lösungsmitteln und verwandelt sie in harmlose Stoffe. Mit seiner Hilfe könnten die werden, berichten amerikanische Wissenschaftler in der Fachzeitschrift “Science” (Band 298, S.1023).
Die Forscher um James Tiedje von der Staats-Universität Michigan in East Lansing fanden die Mikroorganismen im Schlamm des Hudson Flusses. Dort fressen sie die chlorhaltigen Umweltgifte, die mit den Abwässern in den Fluss gelangen.
Das Hauptproblem dieser so genannten chlorierten Kohlenwasserstoffe ist, dass sie verdampfen und in die Atmosphäre aufsteigen können, wo sie die Ozonschicht zerstören. Die Bakterien bauen die Umweltgifte jedoch bereits unter Wasser ab und nur harmlose Verbindungen bleiben übrig. So können die Lösungsmittel nicht mehr verdampfen, berichten die Wissenschaftler.
Die so genannten chlorierten Kohlenwasserstoffe werden vor allem zur chemischen Reinigung, zum Abbeizen und als Lösungsmittel in Klebstoffen verwendet. Sie waren aber auch lange Zeit in Büromaterialien wie Korrekturflüssigkeit enthalten. Durch die häufige industrielle Nutzung kommen chlorhaltige Lösungsmittel nahezu überall auf der Welt vor. Die Experten zählen sie zu den wichtigsten Schmutzstoffen, die Gewässer und Atmosphäre belasten.
ddp/bdw – Teresa Baethmann





