Impfungen könnten in Zukunft wirkungsvoller und billiger werden, wenn Bakterienviren den Impfstoff umhüllen. Das berichten britische Forscher auf einem Treffen der Amerikanischen Gesellschaft für Mikrobiologie in Baltimore. Solche Bakterienviren, so genannte Phagen, befallen nur Bakterien. Sie bestehen aus einer Eiweißhülle und tragen im Inneren ihr Erbgut.
John March und seine Kollegen vom Forschungsinstitut Moredun nutzten Phagen als Vehikel für einen Impfstoff gegen Hepatitis B. Der Impfstoff bestand aus der DNA des Hepatitisvirus und befand sich im Inneren der Phagen. Der Körper reagiert auf eine Impfung, beispielsweise auf fremde DNA, mit einer Immunantwort. Dabei produziert er Antikörper, die bei einer späteren Infektion den Erreger erkennen und bekämpfen können. Mit der Phagenimpfung konnten die Forscher diese Immunantwort wesentlich effektiver erzielen als mit reiner DNA. Die Menge der benötigten DNA war mithilfe der Phagen hundert mal geringer als bei der Impfung mit reiner DNA.
March erhofft sich von der Impfung mit Phagen mehrere Vorteile: Zum einen sei die DNA in den Phagen geschützt, was auch die Aufbewahrung erleichtere. Zum anderen wäre damit eine schnelle, einfache und billige Impfstoffproduktion möglich. Phagen können relativ billig hergestellt werden, da sie zur Vermehrung sie nur ihren Wirt brauchen, ein Bakterium.
Birgit Schätz





