Einen wirksamen Schutz vor gefährlichen Legionellen aus dem Wasserhahn haben Forscher der Technischen Universität Dresden um Hartmut Rödel vorgestellt. Die stabförmigen Bakterien, die sich mit Hilfe von Geißeln fortbewegen, fühlen sich in stehendem, lauwarmem Wasser in Leitungen besonders wohl. Sie lagern sich aber auch auf Biofilmen ab, die sich an den Innenwänden der Wasserleitungen und in Duschsystemen bilden. Beim Aufdrehen des Hahns werden die Legionellen in einer für den Menschen unsichtbaren Wolke versprüht, können sich in den Atemwegen festsetzen und Infektionen wie die so genannte Legionärskrankheit – eine besonders schwere Form der Lungenentzündung – verursachen.
Rödel machte sich die Tatsache zunutze, dass das Edelmetall Silber auf die Legionellen toxisch wirkt. Er entwickelte mit seinem Team und in Zusammenarbeit mit Industriepartnern eine bis zu sechs Zentimeter dicke wabenförmige Struktur aus Polyester, in die versilberte Polyamidfäden gewebt sind. Wird sie vor der Austrittsöffnung in Wasserhähne oder Duschköpfe eingesetzt, sterben die Legionellen ab, bevor sie mit dem Wasser die Armaturen verlassen. Erste Versuche im Labor haben die Wirksamkeit der Struktur bestätigt. Die Fließgeschwindigkeit des Wassers wird dabei laut Rödel übrigens nicht beeinflusst, das heißt, man kann duschen wie gewohnt.





