Gefäßschäden und ihre Folgen wie Herzinfarkte und Schlaganfälle werden mit großer Sicherheit nicht durch Bakterien verursacht. Vor etwa 20 Jahren war der Erreger von Lungenentzündungen Chlamydia pneumoniae erstmals verdächtigt worden, auch Arteriosklerose auszulösen. Das Bakterium war in den krankhaften Ablagerungen an den Gefäßwänden – den Plaques– entdeckt worden.
Entzündungsprozesse in den Gefäßen fördern nachweislich die Plaquebildung. Viele Wissenschaftler schöpften damals Hoffnung, dass sich der Herztod künftig einfach durch die rechtzeitige Gabe eines geeigneten Antibiotikums verhindern lässt. Eindeutige Studienergebnisse zu dieser Theorie fehlten bisher – unter anderem deshalb, weil sich der nur im Inneren von Körperzellen lebende Erreger schwer nachweisen lässt.
Zwei große amerikanische Studien haben die „ Bakterien-Hypothese” getestet. Ihre mit großer Spannung erwarteten Ergebnisse wurden jetzt veröffentlicht. Die US-Ärzte hatten dabei mehr als 8000 herzkranke Patienten mindestens ein Jahr lang entweder mit einem Antibiotikum oder mit einem Placebo behandelt. Resultat: In beiden Gruppen traten innerhalb von vier Jahren etwa gleich viele Herzinfarkte auf. Damit haben sich die Antibiotika als wirkungslos entpuppt. Die Studienleiter halten es deshalb für extrem unwahrscheinlich, dass die Bakterien für die Gefäßschäden verantwortlich sind.





