Amerikanische Forscher wollen Krebs mit Bakterien bekämpfen, die sich in Tumore einnisten und die Geschwulst zerstören. Die Bakterien-Behandlung könnte eine effektive Ergänzung zur bislang üblichen Strahlen- und Chemotherapie sein, berichten die Forscher im Fachblatt “Proceedings of the National Academy of Sciences”.
Bei der Therapie nutzen die Forscher um Bert Vogelstein vom John Hopkins Krebszentrum in Baltimore, dass einige Mikroorganismen nur in einer Umgebung ohne Sauerstoff überleben: Die verwendeten Bakterien “Clostridium novyi” gedeihen vor allem im Boden und in totem Fleisch. Auch große Tumore bestehen rund zur Hälfte aus toten Zonen mit wenig Sauerstoff, fanden die Forscher. Bei Versuchen an Mäusen vermehrten sich die Bakterien in den blutarmen Tumorregionen und zerstörten das tote Gewebe. Gut durchbluteten, gesunden Organen konnten die Mikroorganismen dagegen nichts anhaben.
Verabreichten die Forscher zusammen mit den Bakterien auch chemische Krebsmittel, verschwanden die meisten der großen Tumore innerhalb eines Tages. Die rasante Zerstörung der Tumore sei möglich, weil die Bakterien die Schwäche einer Chemotherapie aufheben: Diese Behandlungsmethode kann nur gut durchblutetes Tumorgewebe angreifen, sagen die Forscher.
Trotz der Erfolge sei aber eine Behandlung von krebskranken Menschen noch in weiter Ferne, betonen die Mediziner. So starben einige der Tiere nach der Therapie aus noch ungeklärten Gründen. Die Forscher vermuten, dass Giftstoffe aus den abgestorbenen Tumorzellen die Mäuse töteten.
ddp/bdw – Marcel Falk





