Inzwischen braucht der Bus zwar eine Viertelstunde länger, weil er neuerdings neben Friedrichshafen einen weiteren Zwischenstop in Titisee einlegt. Mit der Bahn kann er aber dennoch mithalten. Die lässt nämlich ihre Kunden einen großen Umweg inklusive Umsteigen über Mannheim oder Karlsruhe fahren und braucht bei den meisten Verbindungen viereinhalb bis fünfeinhalb Stunden. Und das zu einem Preis von 88 Euro fürs Standardticket. Wer den Fernbus nimmt, kommt für 24 Euro ans Ziel. Selbst für Bahncard-Inhaber oder bei ihren Sonderangeboten ist die Bahn deutlich teurer.
Weitere Anbieter für Fernbusverbindungen drängen auf den Markt
Mit der Liberalisierung des Marktes planen nun mehrere Unternehmen, überall in Deutschland Fernbuslinien einzurichten: Die Bahn-Tochter Berlin-Linien-Bus, die ebenfalls neu gegründete DeinBus.de, aber auch internationale Verkehrskonzerne wie die französische Veolia oder National Express aus England; die Deutsche Post und der ADAC wollen 2014 einsteigen. Bedingung des Gesetzgebers: Die Haltestellen müssen mindestens 50 Kilometer voneinander entfernt liegen.
Daran muss sich auch der Berliner Anbieter Mein Fernbus halten. Er hat neben der Pionierstrecke München-Freiburg inzwischen sieben weitere Linien eröffnet (siehe Karte), mit denen insgesamt 26 Orte in Deutschland, Frankreich und der Schweiz angefahren werden. Die nächsten sollen dieses Jahr folgen. Welche, will die Geschäftsleitung noch nicht preisgeben.
Um dies zu leisten, arbeiten die Berliner mit derzeit elf mittelständischen Busunternehmen zusammen und teilen sich die Arbeit: Marketing, Vertrieb, Kundenservice und Preisgestaltung übernimmt das Unternehmen als zentrale Dienstleistung; die verschiedenen Partner stellen Busse und Fahrer.
Aber ist das überhaupt sinnvoll?, fragt man sich. Ist nicht die Bahn die bessere Alternative, vor allem wenn es um Energieverbrauch und Umweltnutzen geht? Untersuchungen im Auftrag des Umweltbundesamts liefern eine überraschende Antwort: Fern- und Reisebusse verursachen ein Drittel weniger Treibhausgase im Vergleich zur Bahn, vor allem deshalb, weil sie im Durchschnitt besser ausgelastet sind. Aber selbst bei gleicher Auslastung hat der Bus noch immer die Nase vorn: Sind Bus und Bahn beispielsweise zu 60 Prozent besetzt, verursacht ein Reisender im Bus 30 Gramm CO2 pro Kilometer, in der Bahn sind es 36 Gramm. Zum Vergleich: Ein Autofahrer kommt im Durchschnitt auf 142 Gramm.





