Bäume gelten als ein Segen für die Umwelt, sie nehmen vom Menschen freigesetzte Umweltgifte auf, produzieren Sauerstoff und reinigen die Atmosphäre. Jetzt wurde jedoch in Australien bei Pflanzen die Freisetzung von chemischen Substanzen beobachtet, die mit anderen atmosphärischen Komponenten reagieren können und so die Luftbelastung in einigen australischen Städten deutlich erhöhen. Dies fanden Wissenschaftler der Australia Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation ( CSIRO) bei ihren Untersuchungen an Eukalyptus-Bäumen und deren Beitrag zum sogenannten photochemischen Smog heraus.
Diese unter Sonneneinstrahlung entstehende Umweltbelastung war bislang nur bei von Autos oder Industrieanlagen freigesetzten Kohlenwasserstoffen beobachtet worden. Nun sind diese reaktionsfreudigen, chemischen Substanzen auch als “Abgase” von Pflanzen bekannt. Doch nicht nur die Eukalyptus-Bäume belasten die Luft, auch bestimmte Gräser emittieren, wenn sie frisch geschnittenen sind, massiv hoch-reaktive Kohlenwasserstoffe. So gehe der charakteristische blaue Dunst, der den Blue Mountains nahe Sydney ihren Namen gab, zum Teil auf solche Gase zurück.
Für ihre Untersuchungen umschlossen die Forscher Testareale mit abgedichteten Kammern und Beuteln aus Teflon-Folie, in denen sie die Konzentrationsänderungen verschiedener Gase registrierten. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass die Menge der freigesetzten Kohlenwasserstoffe unter anderem direkt mit der Intensität der Sonneneinstrahlung und dem Pflanzenwachstum zusammenhängt. Die Forschungsergebnisse sollen dazu beitragen, die Komplexität der Luftbelastung in den Städten besser zu verstehen und geeignete Wege zu deren Abbau zu finden.
Besorgniserregende Smog-Entwicklungen wurden kürzlich auch in einigen Gegenden der USA beobachtet. So hatten etwa Touristen festgestellt, dass im Yosemite National Park die Weitsicht zu bestimmten Zeitpunkten aus unerfindlichen Gründlichen deutlich nachließ. Nachforschungen ergaben, dass feine Partikel in der Luft dafür verantwortlich sind. Diese gesundheits-gefährdenden Komponenten können aus dem Gebiet großer Städte über Tausende von Kilometern in der Luft transportiert werden. Sie bestehen im wesentlichen aus Ruß und werden durch Autos, Reifen, Industriebetriebe und Feuerstellen ? etwa Grillplätze ? freigesetzt.
Je kleiner die Partikel sind, desto gefährlicher sind sie auch. Aufgrund ihrer Winzigkeit können sie in die Atemwege eindringen und so chronische Bronchitis und Asthma hervorrufen. Zwar wurde der atmosphärische Gehalt an diesen Bestandteilen durch eine rigorose Gesetzgebung in den letzten Jahren deutlich reduziert, doch noch immer sind die Grenzwerte weit überschritten und zahlreiche, durch sie verursachte Krankheiten und Todesfälle stehen noch immer auf der Tagesordnung.
Olaf Elicki





