Teils riesige Regionen der Erde sind von einem Bewuchs geprägt, der immer mal wieder abtrocknet. Dort reicht dann schon ein kleiner Funke, um Brände in Gang zu setzten, die schließlich ganze Landstriche in Asche legen. Dabei handelt es sich um einen zumindest teilweise natürlichen Prozess mit großer Bedeutung: Er prägt die Artenvielfalt in Ökosystemen sowie die Freisetzung von klimarelevanten Gasen und hat damit auch Auswirkungen über geologische Zeitskalen hinweg. Um die Bedeutung von Bränden zu verstehen, ist es wichtig, ihre Ursachen und die Faktoren der Häufigkeit zu kennen. Klar scheint dabei, dass das Klima eine zentrale Rolle spielt – Dürren können etwa die Wahrscheinlichkeit von Bränden deutlich erhöhen. Doch auch die Aktivität von Pflanzenfressern kann eine wichtige Rolle spielen: Sie begrenzen die Feueraktivität, indem sie Pflanzenmaterial fressen, das andernfalls Brennstoff bilden würde.
Dem Brandschutz-Effekt von Grasfressern auf der Spur
Dieser Zusammenhang wurde bereits in einigen Ökosystemen dokumentiert. Auf lokaler Ebene zeichnet sich dabei ab, dass ein Schwund von Grasfressern zu häufigeren und stärkeren Bränden in den entsprechenden Ökosystemen führt. Die Forscher um Carla Staver von der Yale University in New Haven wollten nun allerdings überprüfen, ob sich diese Rolle auch in einem großräumigen und zeitlich umfassenderen Maßstab widerspiegelt. Dazu warfen sie einen analytischen Blick in die Entwicklungen vor etwa 50.000 bis 7000 Jahren.
In dieser Ära des späten Quartär kam es in einigen Grasland-Ökosystemen der Welt bekanntermaßen zu teils heftigen Aussterbewellen bei den großen Pflanzenfressern. So widmeten sich die Forscher der Frage, inwieweit sich diese Verluste in der Entwicklung der Feueraktivität in diesen Regionen widerspiegelten. Sie werteten dazu Informationen aus Datenbanken und Studien aus, die Aufschluss über das Ausmaß von Aussterbewellen in bestimmten Regionen der Welt ergaben. Diese Ergebnisse konnten sie dann mit Rechercheergebnissen zu Paläo-Brandaktivitäten vergleichen, die auf Untersuchungen von Aschespuren in Sedimentschichten beruhen.
Wie sie berichten, ging aus den Datenanalysen zunächst hervor: In Südamerika kam es im Untersuchungszeitraum zu den größten Verlusten bei den Grasfressern: 83 Prozent aller Arten starben dort aus, gefolgt von Nordamerika mit 68 Prozent und Australien mit 44 Prozent. Wie die Forscher betonen, gibt es auch Hinweise darauf, dass die Aussterbeereignisse nicht nur einen Artenverlust bedeuteten, sondern auch einen generellen Schwund bei der Biomasse der Grasfresser. Die Recherche bestätigte zudem die bekannte Tatsache, dass die Tierwelt Afrikas vom Aussterben vergleichsweise verschont blieb: Dort verschwanden nur 22 Prozent der Grasfresser-Arten im Rahmen des Untersuchungszeitraums.





