Berichte um ein Klon-Experiment sorgen für Aufregung in Australien. Nach Angaben der australischen Zeitung “Daily Telegraph” vom Montag hatte die Firma Stem Cell Sciences 1999 einen menschlichen Zellkern in die leere Eizelle eines Schweins gespritzt. Diese Kombination habe sich bis zum 32-Zellstadium entwickelt, bevor das Experiment abgebrochen wurde, hieß es weiter.
Die australische Behörde zur Regelung der Gentechnik (IOGTR) bestritt am Montag jedoch, dass es sich um ein Klon-Experiment gehandelt habe. Vielmehr sei bei dem Vorgang ein “humaner Hybrid” entstanden. Die australische Regierung plane nicht, den Vorfall zu untersuchen.
Zusammen mit dem US-Unternehmen BioTransplant hatte STS versucht, sich das Verfahren vom Europäischen Patentamt in München patentieren zu lassen. Nach zahlreichen Protesten zogen die Firmen den Antrag im vergangenen Oktober aber zurück. Das sagte Christoph Then, Gen-Experte von Greenpeace, am Montag in Hamburg. Der Antrag könne aber reaktiviert werden.
Prinzipiell ist es möglich, einen menschlichen Zellkern in eine entkernte Schweine-Eizelle zu verpflanzen und sich teilen zu lassen. Das bestätigte Prof. Ingo Hansmann vom Institut für Humangenetik und medizinische Biologie der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg. “Ein solches Verfahren ist nach dem deutschen Embryonenschutzgebot nicht ausdrücklich verboten”, sagte Then. “Greenpeace sieht das mit Sorge.”
dpa





