In Wien gibt es seit mittlerweile 13 Jahren eine Institution, die ihresgleichen sucht: das Gemüseorchester. Bei dem 12-köpfigen Ensemble handelt es sich nicht um eine Gruppe eingeschworener Vegetarier, vielmehr dient den Musikern Gemüse als Instrument: Sie blasen zum Beispiel in Trompeten aus ausgehöhlten Karotten mit einem Schalltrichter aus Paprikaschoten. Naturgemäß sind die Stücke, die das Gemüseorchester zum Besten gibt, eher experimentell. Dennoch füllt es Konzertsäle in aller Welt. Vielleicht auch deshalb, weil die ?Instrumente? am Schluss der Aufführungen ihrem eigentlichen Zweck zugeführt werden: Ein vom Orchester angestellter Koch bereitet eine Gemüsesuppe zu, die an das Publikum verteilt wird.
Doch jetzt benötigen die Musiker die Hilfe der Wissenschaft, denn ihnen fehlen Gitarren.
Sie baten Wolfgang Palme von der Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt Schönbrunn um Rat. Der Forscher sollte sich überlegen, ob es nicht möglich sei, Gitarren zu ?züchten?. Palme sagte zu ? und schlug Kürbisse vor, denn sie wachsen in den unterschiedlichsten Formen. Er besorgte sich Samen einer speziellen Kürbissorte, die eine gitarrenähnliche Form besitzt und ließ sie keimen. Außerdem probierte er etwas aus, wozu die Idee aus China stammt. Man fertigt eine bestimmte Form an ? in diesem Fall die einer Gitarre ? und lässt die Frucht oder das Gemüse in ihr groß werden. Für die Saiten des Instruments will Palme übrigens Gurken- oder Melonenschalen verwenden, da diese besonders robust sind. Ob seine Bemühungen von Erfolg gekrönt sind, weiß man jedoch erst nächstes Jahr. Dann können die Gitarren geerntet werden.
Homepage des Gemüseorchesters wissenschaft.de – Hans Groth





