Text: Kurt de Swaaf
Es ist kurz vor Mitternacht, und der Strand von Marina di Ascea wirkt seltsam verwaist. Noch vor wenigen Stunden tobte hier ein fröhliches Strandleben, jetzt ist sogar das Meer kaum zu hören, nur kleine Wellen, die leise der Uferlinie entlangkabbeln. Im Osten ragen die Hügel des Cilento als dunkle Masse in den italienischen Nachthimmel, der Halbmond indes steht schon weit im Südwesten. Sein bleicher Schein hat keine Chance gegen den Superstrahler, der vom mehrere Hundert Meter entfernten Strandpavillon herüberleuchtet. „Lichtverschmutzung“, sagt Sandra Hochscheid knapp. In ihrer Stimme schwingt leichte Verärgerung mit. Die Meeresbiologin der Zoologischen Station Neapel sitzt am Rande des flachen Dünenstreifens und wartet. „Gestern Abend war eine da“, berichtet sie. Mit etwas Glück wird sie heute wieder an Land kommen. Und endlich Eier legen.





