50 Stunden Warten für drei Wolfssichtungen – wer so rechnet, hat schon verloren. Wer ungeduldig ist, lernt in diesem Camp, Geduld zu üben. Und bekommt dafür etwas zurück. Es ist das Glück des Augenblicks, dem wir auf der Anhöhe im Lausitzer Seenland begegnen. Man sieht anders. Die kleinen Dinge werden groß. Minutenlang beobachte ich, wie das Pfeifengras im Wind nickt. Kann miterleben, wie die Nachtkerzen ihre Blüten öffnen – eine nach der anderen, wie im Zeitraffer. Viel später erst lese ich bei Wikipedia: „Die Schnelligkeit, mit der das Aufblühen erfolgt, ist bei keiner anderen in Mitteleuropa vorkommenden Pflanze zu beobachten.” Das stimmt. Hätte ich es nicht mit eigenen Augen gesehen, ich hätte es mir nicht vorstellen können.
Manchmal krame ich den Filmausschnitt wieder hervor. Von der ersten bis zur letzten Sekunde schaue ich der Stille zu. Jeden Abend und manchen Morgen hat die Gruppe auf ihrem Hügel gesessen. Geschaut, gewartet, gehofft. Manche sind darüber eingeschlafen. Andere vor dem Ansturm der Mücken geflüchtet. Auch das gehört dazu.
Und der Wolf? Ist er schließlich aufgetaucht? Das erfahren Sie im Oktoberheft von natur in einer großen Reportage über das WWF-Jugendcamp. Sie erzählt vom Wolf und davon, wie es ist, selbst ein bisschen zu verwildern.
Hier erfahren Sie mehr über das Jugendprogramm des WWF.
Hier geht es zur Wolfsregion Lausitz
Und hier ist die Seite des Naturführers Stephan Kaasche, der Wolfsexkursionen anbietet.
Zur Autorin
Die Münchener Umweltjournalistin Andrea Mertes ist viel in der Natur unterwegs, immer auf der Suche nach spannenden Geschichten. Für natur hat sie schon übers Schneewandern mit Hund in den Alpen berichtet, über Krauskopfpelikane und den Zoo der Zukunft. Im Oktober wird ihre Reportage vom Wolfs-Camp folgen. “Begonnen habe ich mit dem Schreiben auf der Suche nach dem perfekten ersten Satz. Wenn ich ihn gefunden hat, ziehe ich in eine Berghütte und setze mich zur Ruhe.”





