Bereits in mehreren Studien wurde gezeigt, dass Immuntherapien beim Auflösen von Proteinverklumpungen ? beispielsweise bei Prionenerkrankungen, Alzheimer und Chorea Huntington ? helfen können. Diese Strategie funktioniert grundsätzlich offenbar auch bei Parkinson, konnten Masliah und seine Kollegen nun nachweisen. Die Forscher spritzten genetisch veränderten Mäusen, die zur Entwicklung einer parkinsonähnlichen Erkrankung neigten, mehrere Dosen alpha-Synuclein. Die Antikörper, die die Mäuse als Reaktion auf diese Impfung bildeten, griffen gezielt die falsch gefaltete Synuclein-Variante im Gehirn an. Dadurch wurde nicht nur die Bildung neuer Ablagerungen verhindert, sondern auch bestehende Verklumpungen teilweise wieder aufgelöst.
Eine solche aktive Impfung sei jedoch für die Anwendung beim Menschen ungeeignet, da sie wahrscheinlich zu einer heftigen Entzündungsreaktion führen würde, warnen die Forscher. Sie arbeiten momentan an einer passiven Impfvariante, bei der direkt fertige Synuclein-Antikörper gespritzt werden, so dass das eigene Immunsystem nicht belastet wird. Eine solche Impfung könnte dann in Zukunft möglicherweise auch beim Menschen eingesetzt werden.
Eliezer Masliah ( Universität von Kalifornien, San Diego) et al.: Neuron, Bd. 46, S. 857





