Bis zu 50 Meter hohe Bäume ragen in den strahlend blauen Himmel. Einige von ihnen sind viele Hundert Jahre alt und sehr verschieden: mehrere Varianten des afrikanischen Wallnussbaums, Mahagoni-Arten wie Azobé, Sapeli und Khaya, Kapok- und Limbabäume sowie Odum, Wawa und Bombax. Auf den Bäumen des Regenwaldes siedeln sich Orchideen und Lianen an. Dazwischen wachsen verschiedene Palmen, hierzulande über 1.000 Arten, sowie Kola-, Kautschuk- und Feigenbäume. Abseits der Straße knattert ein Dreiradtransporter mit einem Fahrer und drei Passagieren mitten durch den Wald. Blätter peitschen ihnen bei der ruckeligen Fahrt ins Gesicht. Zwei der Männer sitzen auf dem Geländer des Fahrzeugs. Einer rechts, einer links. Auf der Ladefläche steht der Dritte, zu seinen Füßen liegt eine Kettensäge. Tief im Dschungel hält der Fahrer an. Dort, wo ein wuchtiger Baum gefällt auf dem Boden liegt. Sein Durchmesser beträgt an der dicksten Stelle gut drei Meter. Michael – aus Gründen des Quellenschutzes werden alle hier nur beim Vornamen genannt – baut sich davor auf und erklärt stolz, wie er den Baum gefällt hat. Worauf es dabei ankomme und dass es bei dieser Größe nicht so leicht, er aber sehr erfahren sei: „Ich mache das schon seit 25 Jahren“, sagt er stolz. Was er allerdings nicht erwähnt: Er macht sich damit strafbar.





