Fast ein Zehntel der zehnjährigen Kinder hat möglicherweise bereits Bandscheibenprobleme. Dieses unerwartet häufige Auftreten eines typischen Erwachsenenleidens entdeckten schottische Ärzte bei der Untersuchung von mehr als 150 Kindern. Die Mediziner stellten ihre Ergebnisse auf dem RSNA in Chicago vor.
Francis Smith, Janet Jeffrey und Richard Porter vom Woodend-Krankenhaus im schottischen Aberdeen untersuchten die Zehnjährigen, 79 Mädchen und 75 Jungen, mit der Magnetresonanztomographie. Bei 14 der Kinder ? immerhin neun Prozent ? zeigten die Aufnahmen deutliche Schäden an den Bandscheiben des unteren Rückenbereichs. Darunter waren auch beginnende Ausbuchtungen, die in späteren Stadien schmerzhafte Bandscheibenvorfälle bilden.
Die betroffenen Kinder waren weder übergewichtig noch waren sie unterernährt oder hatten Krankheiten, die Ursache der Schäden sein könnten. Die Mediziner vermuten, die auffälligen Veränderungen an den Bandscheiben könnten entweder genetisch bedingt sein oder durch unbemerkte Verletzungen beim Sport oder während des Spielens entstanden sein. Bis jetzt hatte keiner der Zehnjährigen Rückenschmerzen oder Schmerzen in den Beinen.
Später könnten die Verformungen jedoch zu Muskel- oder Bänderzerrungen oder sogar zu Arthritis in den Wirbelgelenken führen, befürchten die Mediziner. “Bedenkt man, wie früh diese Veränderungen auftreten können, müssen die Programme zur richtigen Haltung und zur Rückenschulung und Muskelbildung neu überdacht werden”, warnt Studienleiter Smith. Er und seine Kollegen planen, den Weg der betroffenen Kinder weiter zu verfolgen und auch das Fortschreiten der Rückenprobleme genau zu beobachten.
ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel





