Die Killerzellen des Immunsystems sind keine geborenen Tötungsmaschinen. Nach ihrer Entstehung im Knochenmark müssen die Immunzellen zunächst die Schulbank drücken: Erst in den so genannten sekundären Lymphgeweben lernen die Killerzellen, beispielsweise Tumoren und infizierte Zellen gezielt zu zerstören. Das haben amerikanische Forscher herausgefunden. Über ihre Ergebnisse berichten Christian Münz von der Rockefeller-Universität in New York und seine Kollegen in der Fachzeitschrift “Journal of Immunology” (Bd. 172, S. 1455).
Bislang nahmen Wissenschaftler an, dass Killerzellen direkt aus dem Knochenmark über die Blutbahn zu ihren Angriffszielen gelangen und sie vernichten. Doch die Fähigkeit, feindliche Zellen anzugreifen, haben die Immunzellen unmittelbar nach ihrer Entstehung noch nicht, konnten die Immunologen belegen. In Mandeln, Lymphknoten oder der Milz müssen die Killer erst aktiviert werden, bevor sie auf den Feind losgehen können. Dann werden nicht nur wenige, sondern eine ganze Armada Killerzellen zur Bekämpfung der Bedrohung entsandt.
Die Entdeckung könnte beispielsweise neue Möglichkeiten zur Krebsbekämpfung eröffnen, hoffen die Forscher. Bislang sind für eine Knochenmarkspende Spender nötig, deren weiße Blutkörperchen, zu denen auch die Killerzellen gehören, denen des Empfängers möglichst stark ähneln. So werden Abstoßungsreaktionen seitens des Empfängerimmunsystems weitgehend vermieden. Das wäre möglicherweise weniger wichtig, wenn es gelingen würde, die Killerzellen des Spenders so zu programmieren, dass sie nicht nur restliche Krebszellen, sondern auch übriggebliebene Immunzellen des Empfängers angreifen.
ddp/bdw ? Cornelia Pfaff





