Zu Wohlstand gekommene Bürger aus Entwicklungs- und Schwellenländern entwickeln häufig einen für die Umwelt ähnlich belastenden Lebensstil wie die Verbraucher aus den reichen Industrienationen. Das legt eine Studie nahe, die im Fachblatt Proceedings of the National Academy of Sciences erscheint (Online-Vorabveröffentlichung).
In vielen Entwicklungsländern hat sich die Wirtschaftslage während der vergangenen zwei Jahrzehnte deutlich verbessert und so mehr als einer Milliarde Menschen mehr Wohlstand gebracht. Dies müsse nicht notwendigerweise mit mehr Umweltzerstörung einhergehen, sagen Norman Myers und Jennifer Kent von der Universität Oxford (GB). Viele der “Neureichen” entwickeln jedoch einen Lebensstil, der deutlich mehr natürliche Ressourcen verbraucht und zu mehr Umweltverschmutzung führt als die ursprüngliche Lebensweise, stellten die Wissenschaftler fest.
In ihrer Untersuchung analysierten die beiden Forscher das Konsumverhalten von Bürgern aus zwanzig Entwicklungs- und Schwellenländern, die in den vergangenen Jahren einen ökonomischen Aufschwung erlebt hatten. Wesentlich mehr Menschen aus diesen Ländern können sich nun ein Auto leisten, so ein erstes Ergebnis der Studie: Von allen Autos weltweit werden bereits ein Fünftel in Entwicklungsländern gefahren.
Zudem ändern viele Besserverdienende aus Entwicklungsländern ihr Ernährungsverhalten und essen mehr Fleisch. Dies führt dazu, dass in etwa der Hälfte der untersuchten Länder zwei Fünftel des Getreides anstatt für die Ernährung von Menschen als Futter für Nutztiere eingesetzt werden. Somit führt der vermehrte Fleischgenuss zur Erhöhung des Getreide- und Wasserverbrauchs, was insbesondere in wasserarmen Gegenden problematisch sein kann.
Zusammengenommen haben die zwanzig untersuchten Länder bereits die gleiche Kaufkraft wie die USA ? dem Rekordhalter, was Umweltverschmutzung und den Verbrauch natürlicher Ressourcen angeht. Daher raten die britischen Wissenschaftler dringend, im Interesse aller Länder Richtlinien zu entwickeln, um den negativen Einfluss des veränderten Verbraucherverhaltens auf die Umwelt zu verringern.
ddp/bdw – Christine Amrhein





