Bei den Männern bestand hier ein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen der Neigung zu hohen Geldausgaben und der Zahl der Sexualpartner in der Vergangenheit ? und ebenso zur Anzahl der in Zukunft gewünschten Partner. Dies galt auch, nachdem andere Einflussgrößen wie Alter, Bildungsgrad und ehelicher Status statistisch herausgerechnet worden waren. So hatten die 25 Prozent der Männer, die das konservativste Finanzverhalten angaben, im Durchschnitt drei Partner in den letzten fünf Jahren und wünschten sich in der Zukunft nur eine Partnerin. Bei Männern mit verschwenderischem und riskantem Finanzverhalten lagen diese Zahlen dagegen doppelt so hoch.
Verheiratete Männer berichteten zwar im Vergleich zu Singles über weniger Sexualpartner in den vergangenen fünf Jahren, dennoch zeigten sich die gleichen Zusammenhänge auch bei ihnen. Bei den Frauen der Stichprobe war dagegen kein Zusammenhang zwischen Geldausgeben und Partnerverhalten zu erkennen.
“Männer galten in früheren Zeiten vor allem dann als attraktive Partner, wenn sie gute Ernährer waren”, erklärt Kruger. “In der heutigen Zeit zeigen sie ihre Fähigkeiten nun, indem sie viele Konsumgüter kaufen.” Auf diese Weise versuchten Männer, sich gegenseitig zu überbieten und dadurch ihren eigenen Status zu erhöhen, so Kruger. Dies könnte auch eine der Ursachen für die gegenwärtige Finanzkrise sein, meint der Wissenschaftler: “Wenn die Menschen mehr Geld verdienen und jeder ständig beweisen will, dass er besser ist als der Durchschnitt, werden die Erwartungen eben immer höher geschraubt.”





