In den Anden lebende Indianer leiden in tieferen Lagen an einer speziellen Form der Blutarmut (Anämie), der Astronautenkrankheit. Bislang wurde diese Krankheit nur bei Astronauten nach ihrer Rückkehr aus dem All beobachtet. Das berichten Wissenschaftler vom Baylor College Houston und der Universidad Peruana in Lima in der Aprilausgabe der Annals of Internal Medicine.
Die Besonderheit der “Astronauten-Anämie” besteht darin, dass anstatt alter roter Blutkörperchen große Mengen junger Blutkörperchen absterben. Der Vorgang, der als Neocytolysis bezeichnet wird, konnte jetzt auch bei Versuchspersonen beobachtet werden, die normalerweise in hohen Lagen über dem Meeresspiegel leben (4380 Meter über Meer in Cerro de Pasco Peru) und sich dann für 3-7 Tage in niedrigeren Lagen aufhielten.
Begleitet wurde die rasche Zerstörung der roten Blutkörperchen, erläuterten Forscher, von einer Verringerung Erythropoietinspiegels bei den betroffenen Personen. Ein besseres Verständnis dieser Wechselwirkung könnte in Zukunft zu einem gezielten Einsatz des Hormons bei der Behandlung von Dialysepatienten führen.
Marion Herzog





