Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) erobert Europa: Sie wurde im Jahr 2004 wahrscheinlich mit einem Import von chinesischer Keramik erstmals nach Frankreich eingeschleppt und breitet sich seither über Spanien, Portugal, Italien, die Schweiz und Belgien immer weiter nach Norden und Osten aus. In Deutschland wurden erste Vertreter dieser Hornissenart im Jahr 2014 in der Nähe von Karlsruhe entdeckt.
Gezielte Bienenjagd
Die Asiatische Hornisse ist mit rund 2,5 Zentimeter Länge etwas kleiner als unsere heimische Hornisse (Vespa crabro) und deutlich dunkler gefärbt. Ihr Hinterleib ist bis auf ein breites gelbes Band im hinteren Drittel fast vollkommen dunkelbraun bis schwarz gefärbt. Auffallend sind die gelben Beine und der vorwiegend gelb-orangefarbene Kopf. Ihr bis zu 80 Zentimeter großes Nest bauen die Hornissen oft hoch in Bäumen oder an anderen erhöhten Standorten, meist in der Nähe von Bienenstöcken.
Das Problem: Diese Hornissenart hat sich auf Honigbienen als Beute spezialisiert. Sie machen bis zu 85 Prozent ihrer Nahrung aus. Doch auch andere nützliche Insekten wie Hummeln oder Schwebfliegen gehören zum Beutespektrum dieser Hornisse. Oft lauert sie außerhalb der Bienenstöcke und wartet darauf, dass die Sammlerinnen von ihren Flügen zurückkehren. Dann fängt sie diese ab und frisst sie.
Die Lage in Frankreich und Deutschland
In Asien ist die Hornisse dafür bekannt, dass sie ganze Bienenvölker zum Zusammenbruch bringen kann. In Frankreich versuchen Imker ihre Bienenstöcke deshalb gegen die Hornisse zu schützen, indem sie spezielle Pheromonfallen aufstellen oder die Stockeingänge mit Zweigen schützen. Dies soll der Hornisse das Lauern auf die Sammlerinnen erschweren. Sogar Aufrufe zum gezielten Einfangen der Hornissenköniginnen gibt es dort.
In Deutschland gibt es bisher keine Anzeichen dafür, dass Bienenvölker unter der eingeschleppten Hornisse leiden. “Bisher gibt es keine Berichte von Schäden oder Problemen mit dieser Art”, berichtet Melanie von Orlow vom NABU. Auch eine Konkurrenz oder Verdrängung der einheimischen Hornisse durch die Asiatische Art scheint es bisher nicht zu geben. Eine gezielte Bekämpfung hält sie daher für verfrüht.
Dennoch sei eine genaue Beobachtung sinnvoll und nötig: “Zwar bringt Vespa velutina aller Voraussicht nach keine essentielle Bedrohung für die europäische Imkerei, die genauen Auswirkungen auf die heimische Tier- und Pflanzenwelt sind jedoch noch nicht abzusehen”, so die Hymenopteren-Expertin.





