Biophysikern der Technischen Universität München um Andreas Bausch ist es gelungen, künstliche Spinnenseiden-Proteine als Material zum Verkapseln von Wirkstoffen zu benutzen.
Dazu lösten die Wissenschaftler die Eiweiße zusammen mit dem Wirkstoff in einem Tröpfchen Wasser auf, das sie in Öl schwimmen ließen. Innerhalb von wenigen Sekunden sammelten sich die Spinnenseiden-Proteine an der Grenzfläche des Tropfens und vernetzten sich zu einer stabilen Struktur, so wie sie es auch in Spinnenfäden tun – nur hier als kugelförmige Hülle, die wenige Millionstel Millimeter dick war.
Einer der Vorteile des Verfahrens ist, dass die Eiweißkügelchen vom Immunsystem nicht als Fremdkörper erkannt werden. Außerdem sind sie sehr stabil – selbst hohe Konzentrationen eines Wirkstoffs können die Kapsel nicht zum Platzen bringen.
Um den Wirkstoff im menschlichen Organismus freizusetzen, braucht es die Hilfe spezieller Enzyme, die die Hülle von außen abbauen. Durch kleine genetische Veränderungen des Spinnenseiden-Proteins könnten unterschiedliche natürliche Enzyme dazu animiert werden.
Die Garchinger Forscher haben mit ihrem neuen Verfahren ein spezielles Ziel vor Augen: Sie wollen einen gezielten Transport von Medikamenten im menschlichen Körper ermöglichen, damit diese ihre Wirkung effektiv an Ort und Stelle entfalten können.





