Die Hoffnung, dass mit den Gerüchen ätherischer Öle und Aromatherapien bestimmte Hirnfunktionen gefördert werden, konnten Wissenschaftler der Universität München unter der Leitung des Psychologen Josef Ilmberger nicht bestätigen. Wie das Magazin New Scientist berichtete, wurde in einem Test mit Versuchspersonen kein Hinweis darauf gefunden, dass das Riechen von vermeintlich anregenden Ölen die Reaktionsschnelligkeit der am Versuch beteiligten Probanden verbesserte.
Die Testpersonen mussten OP-Masken tragen, die zunächst mit Wasser benetzt wurden. Nachdem die Forscher die Reaktionsgeschwindigkeit der Teilnehmer ermittelt hatten, wurden die Masken mit ätherischen Ölen wie Pfefferminz, Jasmin und Ylang-Ylang besprüht. Ein erneutes Messen der Reaktionszeit ergab keine signifikanten Unterschiede.
Allerdings wurde bei jenen Personen, die bestimmte Gerüche als wohltuend und anregend empfanden, eine geringfügige Verbesserung der Reaktionsgeschwindigkeit verzeichnet. “Wenn Leute an die Wirkung eines Öls glauben, werden sie schneller”, erläutert Ilmberger dieses Ergebnis.
Während Tiere deutlich auf Aromatherapien ansprechen, scheinen beim Menschen andere Mechanismen zu wirken. Ilmberger geht deshalb davon aus, dass die menschliche Reaktion auf Gerüche komplexer als im Tierreich verläuft.
In einem neuen Versuch soll nun geklärt werden, ob Massageöle, die einmassiert statt inhaliert werden, einen nachweisbaren Effekt besitzen.
Marion Herzog





